Ifo-Geschäftsklimaindex August 2019
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Fünfter Rückgang in Folge Ifo: Die Zeichen stehen auf Rezession

Stand: 26.08.2019, 10:19 Uhr

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft ist im August auf den niedrigsten Wert seit 2012 gefallen. So langsam müssen wir uns auf eine Rezession einstellen.

Das Barometer für das Geschäftsklima fiel auf 94,3 Punkte von 95,8 Zählern im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9.000 Managern mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit November 2012. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf 95,1 Punkte gerechnet.

"Die Anzeichen für eine Rezession in Deutschland mehren sich", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage schlechter. Auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate werden skeptischer gesehen.

Clemens Fuest, Ifo-Institut

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts. | Bildquelle: Ifo-Institut

Konjunktur schwunglos

Die deutsche Wirtschaft steht derzeit an der Schwelle zur Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im Frühjahr um 0,1 Prozent. Geht es im Sommer das zweite Quartal in Folge bergab, wird von Rezession gesprochen. Die Bundesbank hält das für möglich. "Die deutsche Konjunktur bleibt voraussichtlich auch im Sommer 2019 schwunglos", heißt es im aktuellen Monatsbericht. "Die gesamtwirtschaftliche Leistung könnte erneut leicht zurückgehen."

Der exportabhängigen Industrie macht neben dem Ende Oktober anstehenden EU-Austritt Großbritanniens besonders der von US-Präsident Donald Trump entfachte Handelsstreit zu schaffen.

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Helaba-Experte Ulrich Wortberg kommentiert: "Vor diesem Hintergrund wird sich die Europäische Zentralbank in ihrem Vorhaben bestätigt sehen, auf der kommenden Ratssitzung ein Maßnahmenpaket zur Lockerung der Geldpolitik zu beschließen."

ts/rtr

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Dr. Klaus Borger, KfW

Dr. Klaus Borger, KfW
"Deutschland steht an der Schwelle zur technischen Rezession. Die flaue Weltkonjunktur, der drohende Chaos-Brexit zu Halloween und der eskalierende Handelskonflikt der USA mit China sind insbesondere für das industrielle Herz der deutschen Wirtschaft eine heftige Belastung. Obwohl sie bisher von wesentlichen Sonderzöllen verschont wurde, ist die deutsche Industrie aufgrund ihrer engen Handelsbeziehungen zu beiden Ländern sowie der Fokussierung auf besonders zyklische Investitionsgüterbranchen indirekt stark betroffen. Da fügt sich der heutige erneute Rückgang des Geschäftsklimas nahtlos ins Bild."