Ifo-Geschäftsklimaindex November 2019

Es wird schon nicht so schlimm kommen Ifo: Die Stimmung der Chefs hebt sich

Stand: 25.11.2019, 10:46 Uhr

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im November aufgehellt. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage und ihre Aussichten für die kommenden sechs Monate etwas besser als zuletzt.

Das Barometer für das Geschäftsklima stieg zum Vormonat um 0,3 auf 95,0 Punkte, teilte das Münchner Ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9.000 Managern mit.

Ökonomen hatten genau damit gerechnet. "Die deutsche Konjunktur zeigt sich widerstandsfähig", betonte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Von einer Trendwende zu sprechen sei aber noch zu früh, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe der Nachrichtenagentur Reuters. Die Führungskräfte beurteilten auch ihre Geschäftslage und Aussichten für die kommenden sechs Monate etwas besser als zuletzt.

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts. | Bildquelle: Imago

Auftragsbestand problematisch

Trotz mehrerer Lichtblicke bleibt die Konjunktur gespalten. "Das Verarbeitende Gewerbe verharrt in der Rezession", erklärte Fuest. Die Unternehmer seien weiter sehr unzufrieden mit ihrem aktuellen Auftragsbestand. "Die Firmen planen, ihre Produktion weiter zu kürzen."

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.063,57
Differenz relativ
-0,93%

Bei den Dienstleistern hingegen lief es besser. Im Handel ging die Stimmung sogar merklich nach oben. "Ein sehr gutes Weihnachtsgeschäft kündigt sich an." Im lange boomenden Bauhauptgewerbe ließ die Stimmung etwas nach - allerdings auf hohem Niveau.

Keine Entwarnung

Für eine Entwarnung sei es sicherlich noch deutlich zu früh, schreibt Commerzbank-Experte Ralph Solveen. "Zwar hat sich der Ifo stabilisiert, für ein verlässliches Wendesignal müsste er aber stärker und/oder über einen längeren Zeitraum zulegen."

Deutschland war im Sommer einer Rezession nur knapp entronnen: Sie wuchs wegen der guten Kauflaune der Verbraucher, des anhaltenden Baubooms und wieder anziehenden Exporten um 0,1 Prozent, nachdem das Bruttoinlandsprodukt im Frühjahr noch um 0,2 Prozent geschrumpft war. Die Bundesbank traut der deutschen Wirtschaft aber noch keine Trendwende zum Besseren zu. Sie rechnet für das vierte Quartal mit einer Stagnation.

ts