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"Gefahr einer länger anhaltenden Wirtschaftsmisere" Galerie

Dr. Klaus Borger, KfW

Dr. Klaus Borger, KfW
"Deutschland steht an der Schwelle zur technischen Rezession. Die flaue Weltkonjunktur, der drohende Chaos-Brexit zu Halloween und der eskalierende Handelskonflikt der USA mit China sind insbesondere für das industrielle Herz der deutschen Wirtschaft eine heftige Belastung. Obwohl sie bisher von wesentlichen Sonderzöllen verschont wurde, ist die deutsche Industrie aufgrund ihrer engen Handelsbeziehungen zu beiden Ländern sowie der Fokussierung auf besonders zyklische Investitionsgüterbranchen indirekt stark betroffen. Da fügt sich der heutige erneute Rückgang des Geschäftsklimas nahtlos ins Bild."

"Gefahr einer länger anhaltenden Wirtschaftsmisere" Galerie

Dr. Klaus Borger, KfW

Dr. Klaus Borger, KfW
"Deutschland steht an der Schwelle zur technischen Rezession. Die flaue Weltkonjunktur, der drohende Chaos-Brexit zu Halloween und der eskalierende Handelskonflikt der USA mit China sind insbesondere für das industrielle Herz der deutschen Wirtschaft eine heftige Belastung. Obwohl sie bisher von wesentlichen Sonderzöllen verschont wurde, ist die deutsche Industrie aufgrund ihrer engen Handelsbeziehungen zu beiden Ländern sowie der Fokussierung auf besonders zyklische Investitionsgüterbranchen indirekt stark betroffen. Da fügt sich der heutige erneute Rückgang des Geschäftsklimas nahtlos ins Bild."

Andreas Scheuerle, Deka Bank

Andreas Scheuerle, Deka Bank
"Die Industrie reißt die deutsche Konjunktur in die Rezession. Der stetig eskalierende Handelsstreit, die zunehmende Gefahr eines ungeregelten harten Brexits und nun auch die Regierungskrise in Italien sind zuviel für die an sich starken Schultern der deutschen Industrie. Durch die Probleme im industriellen Kernbereich in der Automobilindustrie war deren Widerstandskraft schon zu geschwächt. Immer mehr breitet sich nun der konjunkturelle Schwächeanfall auf die bislang gesunden Dienstleistungsbereiche aus."

Kapitalmarktanalyst Dr. Bastian Hepperle, Bankhaus Lampe

Dr. Bastian Hepperle, Analyst Bankhaus Lampe
"Der Negativ-Trend setzt sich fort. Angesichts des sich zuspitzenden Handelsstreits zwischen den USA und China und der Brexit-Hängepartie wundert das nicht. Die Verunsicherung bleibt erheblich und bislang robuste Binnensektoren beginnen sich anzustecken. Eine milde Rezession zieht auf."

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW
"Schlechte Nachrichten von der deutschen Konjunktur ist man inzwischen ja bereits hinlänglich gewohnt, und die Daten der jüngsten Umfrage des Ifo-Instituts haben dieser Serie ein weiteres Element hinzugefügt. Das Ifo-Geschäftsklima untermauert die jüngst von der Bundesbank geäußerte, extrem gedämpfte Einschätzung für die deutsche Wirtschaftsentwicklung im laufenden dritten Quartal. Und auch Richtung Jahresende sieht es nicht wirklich besser aus, da sich neben der Lageeinschätzung auch die Erwartungen nochmals merklich eingetrübt haben. Damit wird zumindest eine technische Rezession der deutschen Wirtschaft zunehmend greifbar. Falls die am Wochenende vollzogenen weiteren Eskalationsmaßnahmen im Handelskonflikt zwischen den USA und China dauerhaft in Kraft bleiben oder sogar weiter verschärft werden sollten, zeichnet sich überdies auch die Gefahr einer länger anhaltenden Wirtschaftsmisere, insbesondere in der deutschen Industrie, zunehmend deutlicher am Horizont ab."

Thomas Gitzel, Volkswirt bei der VP-Bank

Thomas Gitzel, Volkswirt bei der VP-Bank, Liechtenstein
"Beim Blick auf den Ifo-Geschäftsklimaindex wird es einem angst und bange. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer kennt derzeit nur eine Richtung: Es geht steil bergab. Die Handelskonflikte setzten der exportstarken deutschen Industrie massiv zu. Aber es sind nicht alleine die Zollstreitigkeiten, die derzeit belasten. Die ungelöste Brexit-Frage gießt zusätzliches Öl ins Feuer. Doch noch ein weiterer Aspekt wiegt beträchtlich: Die Umstellung vom Verbrennungs- auf den Elektromotor bedeutet für die deutsche Automobilindustrie eine tiefgreifende Zäsur. Fertigungsprozesse müssen umgestellt und neue Zulieferer ausgewählt werden.
Der berühmte Silberstreif am Horizont fehlt leider. Donald Trump scheint beim Thema Handel auf volle Eskalation zu setzen, auch wenn kurzzeitig immer wieder Hoffnungen auf eine Beilegung der Handelskonflikte aufkommen. So bitter es klingt, die Exportabhängigkeit der deutschen Volkswirtschaft wird derzeit zum Bumerang. Die Bundesregierung täte gut daran, jetzt in die Infrastruktur kräftig zu investieren."

 Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer
"Die ausgeprägte Verschlechterung der aktuellen Lagebeurteilung erhöht das Risiko, dass die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal zum zweiten Mal in Folge schrumpft. Die technische Rezession rückt näher. Außerdem deutet das schlechte Geschäftsklima in der Dienstleistungsbranche darauf hin, dass die bislang robuste Binnennachfrage an Schwung verliert. Der jüngste Schlagabtausch in Sachen Zöllen zwischen China und den USA begräbt die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung im wichtigen deutschen Absatzmarkt China."