Chartverlauf Ifo-Geschäftsklimaindex von September 2017 bis Mai 2018
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Abwärtstrend gestoppt Ifo-Index: Es gibt Hoffnung

Stand: 25.05.2018, 10:20 Uhr

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich stabilisiert. Das zeigt der Geschäftsklima-Index des Ifo-Instituts. Ein kleines Signal der Hoffnung.

Die Negativserie von fünf Rückgängen in Folge ist gestoppt. Der von den Münchener Wirtschaftsforschern ermittelte Ifo-Index stabilisierte sich. Das Geschäftsklima verharrte bei einem Wert von 102,2 Punkten. Ermittelt wird der Index in einer Umfrage unter rund 9.000 Managern. Der Wert ist sogar noch leicht besser als erwartet. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 102,0 Zählern gerechnet.

Das kam an der Börse gut an: Der Deutsche Aktienindex baute seine Gewinne aus. Aktuell liegt der Dax bei 12.980 Punkten und damit rund ein Prozent im Plus. Der Euro fiel kurzzeitig ab auf 1,1696 Dollar, schoss dann aber auf 1,1720 Dollar.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1526
Differenz relativ
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Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.374,22
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Allerdings beurteilen die befragten Manager ihre aktuelle Lage besser als zuletzt. Der Teilindex stieg auf 106 Punkte. Weniger optimistisch fällt der Blick in die Zukunft aus. Die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate trüben sich nach Einschätzung der deutschen Unternehmen ein. Der Teilindex fiel weiter auf 98,5 Punkte.

Clemens Fuest, Ifo-Institut

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts. | Bildquelle: Ifo-Institut

»Die deutsche Wirtschaft behauptet sich gut in einer schwierigen Weltlage.«

Ifo-Präsident Clemens Fuest

Analysten und Volkswirte sprechen von einer Stabilisierung. Eine Rezession in den kommenden Quartalen sei unwahrscheinlich, denn sowohl der Ifo-Index als auch die Einkaufsmanagerindizes weisen auf ein fortgesetztes Wachstum hin, kommentierte Patrick Boldt von der Helaba. "Dennoch scheint die konjunkturelle Dynamik in Deutschland ihren Hochpunkt bereits überschritten zu haben."

Schiffe, Container und Ladekräne am Terminal Eurogate in Hamburg

Weniger Dynamik in der deutschen Wirtschaft. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Schwächezeichen

Es gibt allerorten Zeichen der Schwäche. So halbierte sich das Wachstum von Europas größter Volkswirtschaft im ersten Quartal auf 0,3 Prozent. Wenngleich dazu auch Sondereffekte beitrugen, etwa die Grippewelle mit einer hohen Zahl an Arbeitsausfällen, Streiks und überdurchschnittlich viele Ferientage. Für das Gesamtjahr rechnet die Bundesregierung dennoch mit einem Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent - es wäre das kräftigste seit 2011.

Auch im Euro-Raum schwächte sich das Wachstum ab. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte zwischen Januar und März nur noch um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu. In den drei Vorquartalen lag das Plus noch bei jeweils 0,7 Prozent.

Es treibt der EZB aber Sorgenfalten auf die Stirn. Eine stärker ausgeprägte Abschwächung der Nachfrage könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es im Protokoll der Zinssitzung vom April, das die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag veröffentlichte. Deshalb sei eine ruhige Hand in der Geldpolitik zum gegenwärtigen Zeitpunkt gerechtfertigt.

bs

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"Aufatmen... aber die beste Zeit liegt hinter uns" Expertenstimmen zum Ifo-Index

Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW

Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW:
"Das Geschäftsklima hat sich im Mai nach fünf Rückgängen in Folge stabilisiert. Angesichts der diffusen Gemengelage aus Handelskonflikt, von den USA einseitig aufgekündigtem Iran-Atomdeal und der politischen Situation in Italien ist das eine gute Nachricht."