Ifo-Geschäftsklimaindex Januar 2019
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Stimmung weiter verschlechtert Ifo-Index: "Im Abschwung"

Stand: 25.01.2019, 10:12 Uhr

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zu Jahresbeginn weiter eingetrübt. Die Anleger lässt das kalt, der Dax legt ungerührt weiter zu. Damit ist der Ifo im Januar noch schlechter ausgefallen als gedacht.

Es ist der fünfte Rückgang in Folge: Das Barometer für das Geschäftsklima sank im Januar auf 99,1 Punkte von zuvor 101,0 Zählern, wie das Münchner Ifo-Institut heute zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9.000 Managern mitteilte.

Der nun ermittelte Wert ist der niedrigste seit Februar 2016. Ökonomen hatten lediglich mit einem Absinken auf 100,6 gerechnet. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Abschwung", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage schlechter, ebenso die Aussichten für die kommenden sechs Monate.

Prognosen gesenkt

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Die Erwartungen an die Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten sanken in allen untersuchten Branchen: im verarbeitenden Gewerbe, im Dienstleistungssektor, im Handel und im Bauhauptgewerbe, das "erstmals seit langer Zeit einen deutlichen Dämpfer" erlebt, wie das Ifo mitteilte.

Das Ifo-Institut hat kürzlich seine Konjunkturprognosen für Deutschland kräftig gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte demnach 2019 nur noch um 1,1 Prozent zulegen. Die Probleme der Auto-Industrie mit dem neuen Abgasmessstandard sowie Unsicherheiten wie der Brexit und die US-Handelspolitik drücken derzeit die Stimmung.

Rezession unwahrscheinlich

Nach Ansicht von Ralf Umlauf, Volkswirt bei der Helaba, zeigt die neueste Umfrage, dass die konjunkturelle Schwäche andauert, "auch wenn eine Rezession in Deutschland unseres Erachtens unwahrscheinlich ist. Die dämpfenden Sondereffekte der zweiten Jahreshälfte 2018 sollten an Gewicht verlieren. Politische Unsicherheitsfaktoren belasten dagegen noch immer und stehen einer massiven Stimmungsaufhellung entgegen".

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Die Anleger zeigen sich von der verschlechterten Stimmung in der Wirtschaft unbeeindruckt. Der Index notiert souverän über der Schwelle von 11.200 Punkten. Auch der Euro setzte am Vormittag seine Erholung fort und kletterte wieder über 1,13 Dollar.

lg

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Experten zum Ifo-Index "Erneute Enttäuschung"

 Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer
"Das war ein frostiger Start in das neue Jahr. Denn nicht nur das Ifo-Geschäftsklima weist klar nach unten, sondern auch der Einkaufsmanagerindex für die Industrie – und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in den meisten anderen Industrieländern. Wenn wir trotzdem für das erste Quartal keinen Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts erwarten, dann liegt das an der nach wie vor starken Binnennachfrage (das Ifo-Geschäftsklima für den Dienstleistungssektor ist hoch) sowie an Sondereffekten. So dürfte sich die Autoproduktion von den Abgastest-Problemen erholen, nachdem die Autobauer bereits im vierten Quartal wieder deutlich mehr Aufträge erhalten hatten. Außerdem ist der Rhein nach dem Ende der Trockenheit wieder problemlos befahrbar, so dass die Industrieproduktion nicht mehr behindert wird.

Der Ausblick: Trotzdem können wir erst Entwarnung geben, wenn die auf Umfragen basierenden Frühindikatoren wieder nach oben drehen. Das jedoch hängt stark von China ab. Denn das Ifo-Geschäftsklima für die exportabhängige Industrie ist in den zurückliegenden zwölf Monaten vor allem deshalb eingebrochen, weil das Nachfragewachstum aus China deutlich nachgelassen hat. Aber die chinesische Regierung hat ein umfangreiches Konjunkturpaket geschnürt und dürfte im Zweifel nachlegen."