Ifo-Geschäftsklimaindex Juni 2019
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Die Bosse machen sich Sorgen Ifo-Index: Es geht noch tiefer

Stand: 24.06.2019, 10:22 Uhr

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni weiter eingetrübt. Der Geschäftsklima-Index erreicht den niedrigsten Wert seit 2014. Zollkonflikt, Brexit, Konjunkturschwäche: Woher soll die gute Laune auch kommen?

Das Barometer für das Geschäftsklima fiel von 97,9 Zählern im Mai auf 97,4 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9.000 Managern mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit November 2014. Ökonomen hatten sogar mit einem Rückgang auf 97,2 Punkte gerechnet.

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich weiter abgekühlt“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage besser, die Aussichten für die kommenden sechs Monate hingegen schlechter. Die deutsche Konjunktur flaue ab, so Fuest.

Clemens Fuest, Ifo-Institut

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts. | Bildquelle: Ifo-Institut

Konjunkturelle Belebung nicht zu sehen

Angesichts der Zollkonflikte, der Gefahr eines harten Brexit sowie wachsender Spannungen zwischen den USA und dem Iran rauschten die Konjunkturerwartungen der Börsianer zuletzt in den Keller. Das Ifo-Institut rechnet für das laufende Quartal mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung. Es befürchtet allerdings keine Rezession - also zwei Quartale in Folge mit zurückgehender Wirtschaftsleistung. Im ersten Quartal hatte das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent zugelegt.

Helaba-Experte Ulrich Wortberg kommentiert: „Eine Belebung der konjunkturellen Dynamik zeichnet sich nicht ab. Da aber die Markterwartungen nicht enttäuscht wurden, sollten Spekulationen auf geldpolitische Lockerungsmaßnahmen seitens der Europäischen Zentralbank nicht größer werden.“

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Der Dax notiert nach den Ifo-Daten rund 0,5 Prozent im Minus, der Euro reagierte mit Gewinnen.      

ts

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"Liste globaler Negativrisiken wird länger" Das sagen Experten zum Ifo-Index

Dr. Klaus Borger, KfW

Dr. Klaus Borger, KfW
"Die erneut schwächeren Erwartungen sind kein Wunder, denn die Liste der globalen Negativrisiken ist binnen Monatsfrist eher noch länger geworden. Damit es bei einer Konjunkturdelle bleibt, braucht es positive Signale mehr denn je."