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"Eine herbe Enttäuschung" Das sagen Experten zum Ifo

Thomas Gitzel, Volkswirt bei der VP-Bank

Thomas Gitzel, Volkswirt bei der VP-Bank, Liechtenstein
"Der Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex war gewissermaßen „vorprogrammiert“. Die fortwährenden Handelskonflikte zwischen den USA und China belasten nicht nur die Stimmung, sondern haben auch handfeste Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf der Unternehmen. Dies zeigt auch die schlechtere Einschätzung der Unternehmen zur aktuellen Situation gegenüber dem April. Die rückläufigen Auftragseingänge spiegeln dies wider. Aussenwirtschaftlich gibt es also derzeit kaum oder zu wenig Rückenwind für die deutsche Industrie.

Die Hoffnungen beruhen nun auf einer wirtschaftlichen Belebung im zweiten Halbjahr. Die konjunkturstützenden Maßnahmen der chinesischen Regierung aber auch der schwache Euro könnten das Exportgeschäft beleben. Vorerst bleibt die Situation aber wackelig: Noch ist nicht sicher, ob das deutsche Wachstum im zweiten Quartal überhaupt ein positives Vorzeichen trägt."

"Eine herbe Enttäuschung" Das sagen Experten zum Ifo

Thomas Gitzel, Volkswirt bei der VP-Bank

Thomas Gitzel, Volkswirt bei der VP-Bank, Liechtenstein
"Der Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex war gewissermaßen „vorprogrammiert“. Die fortwährenden Handelskonflikte zwischen den USA und China belasten nicht nur die Stimmung, sondern haben auch handfeste Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf der Unternehmen. Dies zeigt auch die schlechtere Einschätzung der Unternehmen zur aktuellen Situation gegenüber dem April. Die rückläufigen Auftragseingänge spiegeln dies wider. Aussenwirtschaftlich gibt es also derzeit kaum oder zu wenig Rückenwind für die deutsche Industrie.

Die Hoffnungen beruhen nun auf einer wirtschaftlichen Belebung im zweiten Halbjahr. Die konjunkturstützenden Maßnahmen der chinesischen Regierung aber auch der schwache Euro könnten das Exportgeschäft beleben. Vorerst bleibt die Situation aber wackelig: Noch ist nicht sicher, ob das deutsche Wachstum im zweiten Quartal überhaupt ein positives Vorzeichen trägt."

Dr. Michael Holstein, Leiter Volkswirtschaft bei der DZ Bank

Dr. Michael Holstein, Leiter Volkswirtschaft bei der DZ Bank
"Das ist schon eine herbe Enttäuschung. Die Messzahl für die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage ist im Mai regelrecht abgestürzt. Dabei hat sich die Stimmung in diesem Monat nicht in der Industrie, sondern vor allem im Dienstleistungssektor und im Handel verschlechtert, also in den Bereichen, die sich bislang noch relativ stabil gehalten haben. Nur beim Bau läuft es weiter gut. Unterdessen sind die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate immerhin stabil geblieben.

Insgesamt sind das keine guten Vorzeichen für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal. Denn vom Außenhandel sind im derzeitigen Umfeld keine Impulse zu erwarten. Wenn sich die Stimmung in der Binnenwirtschaft weiter eintrübt, drohen die Antriebskräfte für die deutsche Konjunktur zu erlahmen."

Stefan Große, Nord LB

Stefan Große, NordLB
"Angesichts der Eskalation des Handelskriegs, die die ohnehin stotternde Weltkonjunktur potenziell weiter ausbremst, war es nur eine Frage der Zeit, wann sich dies auf die Laune der Industrie schlägt. Bislang konnte der deutsche Konsument die Außenhandelsproblematik kompensieren. Er leistet den Löwenanteil an der aktuellen Konjunktur. Die Frage ist eigentlich nur – wie lange noch? Wenn die Auslandsnachfrage weiter nachlässt, dürfte dies auch Folgen für die Beschäftigung haben und dann wäre es auch um die Laune der Verbraucher geschehen."

Patrick Boldt, Helaba

Patrick Boldt, Helaba
"Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechtert sich. Konjunkturelle Sorgenfalten werden somit nicht geglättet. Positiv zu werten ist allerdings, dass die Erwartungskomponente stabil geblieben ist. Insgesamt belastet haben unter anderem die "Brexit"-Verunsicherung und der Handelskonflikt. Eine deutliche Belebung der konjunkturellen Dynamik zeichnet sich zunächst nicht ab. Mittelfristig rechnen wir jedoch mit einer Erholung der gesamtwirtschaftlichen Aktivitäten."
 

Alexander Krüger, Chefvolkswirt Bankhaus Lampe

Alexander Krüger, Chefvolkswirt Bankhaus Lampe
"Der Mix aus nachlassendem Wachstumstempo und hohen politischen Risiken dürfte weiter auf der Stimmung lasten."

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW
"Der deutliche Rückgang ist eine erneute herbe Enttäuschung. Der deutliche Rückschlag der Lage trübt das Bild weiter ein."

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