Ifo-Geschäftsklimaindex Dezember 2019
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Unternehmen werden zuversichtlicher Ifo-Index: Die Stimmung steigt

Stand: 18.12.2019, 10:37 Uhr

In die Vorstandsetagen kehrt kurz vor Weihnachten eine recht zuversichtliche Stimmung ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für den Monat Dezember ist deutlicher gestiegen als erwartet. Handelsstreit und Brexit scheinen keine entscheidende Bremswirkung mehr auszuüben.

"Die deutsche Wirtschaft geht zuversichtlicher ins neue Jahr", erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Firmenchefs beurteilten ihre Aussichten und ihre Geschäftslage günstiger als zuletzt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist auf den höchsten Stand seit einem Jahr geklettert.

Der Gesamtindex stieg auf 96,3 Punkte von 95,0 Zählern im November. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem deutlich geringeren Anstieg auf 95,5 Punkte gerechnet. Auch die Lagebeurteilung und der Erwartungsindex kletterten deutlich stärker als prognostiziert. Der Lagewert liegt im Dezember bei 98,8 Punkten, nach 97,9 Punkten im Vormonat. Und die Erwartungskomponente legte am deutlichsten zu, von 92,1 auf 93,8 Punkte. Die befragten Unternehmen beurteilen die wirtschaftlichen Aussichten also noch optimistischer als die derzeitige Situation.

Optimismus im Dienstleistungssektor

Im Verarbeitenden Gewerbe konnte sich der Index laut dem Ifo-Institut etwas erholen. Dies war auf merklich weniger pessimistische Erwartungen der Unternehmer zurückzuführen. Ihre aktuelle Lage schätzen sie hingegen etwas schlechter ein. Die Produktionspläne sind weiter auf Kürzungen ausgerichtet. Zudem kommen die Firmen zurzeit schwieriger an neue Kredite.

Im Dienstleistungssektor ist der Indikator auf den höchsten Wert seit einem halben Jahr gestiegen. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage dort merklich besser. Im Handel hat sich das Geschäftsklima dagegen verschlechtert. Die Händler waren etwas zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Ihre Aussichten für die kommenden Monate trübten sich jedoch ein.

Das Ifo-Institut befragt allmonatlich rund 9.000 Manager zu ihren Perspektiven der kommenden Monate und zur derzeitigen Geschäftslage.

Konflikte entschärft?

In den vergangenen Monaten hatten gleich mehrere Faktoren auf der Stimmung der Firmenlenker gelastet. Neben dem Handelsstreit zwischen den USA und China und dem Brexit hatten allgemeine Sorgen um die Konjunktur in Deutschland und der Eurozone belastet. Da in Großbritannien nach der Parlamentswahl nun klare Mehrheitsverhältnisse herrschen und da sich eine Einigung zwischen im Zollstreit ebenfalls abzeichnet, steigen die Konjunkturhoffnungen offenbar wieder.

An den Finanzmärkten halten sich die Reaktionen auf die aktuellen Ifo-Daten in Grenzen. Der Dax tendierte wenig verändert bei dünnem Handel bei 13.275 Punkten. Am Devisenmarkt notiert der Euro stabil bei 1,1145 Dollar.

Dax

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AB

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Stimmen zum Ifo-Index Galerie

Christian Lips, NordLB

Christian Lips, NordLB
"Sowohl die aktuelle Lage als auch die Geschäftserwartungen wurden positiver als im Vormonat beurteilt. Allerdings steht sowohl beim Brexit als auch bei den Handelskonflikten eine endgültige Lösung noch aus und der industrielle Strukturwandel bleibt herausfordernd. Dennoch: Zum Jahresende scheint die Talsohle endlich durchschritten und der Konjunkturhimmel für Deutschland hellt sich trotz fortbestehender Belastungen auf. Für das Jahr 2020 ist dank einer soliden Binnennachfrage mit einem BIP-Wachstum von mehr als einem Prozent zu rechnen."