Chartverlauf Ifo-Geschäftsklimaindex von November 2017 bis Juli 2018
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Boom beim Bau Ifo-Index: Wieder gesunken, aber weniger schlimm

Stand: 25.07.2018, 10:24 Uhr

Lage ganz gut, Ausblick bescheidener: Der Ifo-Index schwächelt weiter, aber die Dynamik des Falls ist deutlich schwächer als von Experten erwartet.

Der Geschäftsklima-Index fiel auf 101,7 von 101,8 Punkten im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter rund 9.000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 101,5 Zähler gerechnet.

Damit hat sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft zwar im Juli erneut eingetrübt. Der Geschäftsklima-Index fiel aber weniger stark als erwartet, wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch mitteilte.

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Das Beste liegt hinter uns

Clemens Fuest, Ifo-Institut

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts. | Bildquelle: Ifo-Institut

"Die deutsche Wirtschaft setzt ihre Expansion in verlangsamter Gangart fort", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage besser als zuletzt, ihre Aussichten für die kommenden sechs Monate allerdings schlechter. Viele Experten gehen davon aus, dass der Aufschwung in Deutschland seinen Höhepunkt bereits hinter sich hat.

Deshalb haben viele Volkswirte und Forschungsinstitute zuletzt ihre Konjunkturprognosen für Deutschland gesenkt und dies vor allem mit der Unsicherheit durch den Handelskonflikt mit den USA begründet.

Boom beim Bau

Im Verarbeitenden Gewerbe ging der Index aufgrund verschlechterter Lageeinschätzungen zum sechsten Mal in Folge zurück. Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima dagegen verbessert. Ein neuer Rekordwert wurde dagegen im Bauhauptgewerbe verzeichnet. Fuest spricht hier von einem "Boom". Deutlich verschlechtert haben sich dagegen die Erwartungen im Einzelhandel.

Das Ifo-Geschäftsklima gilt als der wichtigste Frühindikator für die deutsche Wirtschaft.

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Die wichtigsten deutschen Konjunkturindikatoren boerse.ARD.de erklärt

Ifo-Geschäftsklimaindex
Der weitaus wichtigste konjunkturelle Frühindikator in Deutschland ist der Geschäftsklimaindex des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo). Entsprechend aufmerksam verfolgen auch die Börsianer den Index, der gegen Ende jedes Monats veröffentlicht wird.

Für den Index befragen die Wirtschaftsforscher rund 9.000 deutsche Unternehmen, wie sie die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen für die kommenden sechs Monate einschätzen. Die Gegenwart müssen die Unternehmen mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" beurteilen. Bei dem Blick in die nahe Zukunft darf es gemäß Fragebogen "besser", "gleich" oder "schlechter" laufen. Das Ifo-Institut saldiert die Prozentanteile der positiven und negativen Antworten, gewichtet diese nach Branchen und bildet dann den Mittelwert. Das Ergebnis wird ins Verhältnis zum Basisjahr 2015 gesetzt.

Die Marktteilnehmer blicken fast ausschließlich auf die Veränderung des Gesamtindex im Vergleich zum Vormonat. Steigt der Index, hellt sich die Konjunkturlage in Deutschland auf. Sinkt er, trüben sich die Aussichten ein. Als besonders aussagekräftig gilt die Tendenz über mehrere Monate. Steigt der Ifo-Index drei Mal in Folge, lässt dies einen Konjunkturaufschwung erwarten.