Chartverlauf Ifo-Geschäftsklimaindex von Dezember 2017 bis August 2018
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Geschäftsklima leicht aufgehellt Hoffnungsschimmer beim Ifo-Index

Stand: 27.08.2018, 10:33 Uhr

Die Stimmung unter den Führungskräften der deutschen Wirtschaft wird wieder etwas besser. Ein Sommerhoch, meint Ifo-Präsident Clemens Fuest. Zu verdanken haben wir es der relativen Ruhe im Handelskonflikt mit den USA.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im August überraschend deutlich aufgehellt. Der Geschäftsklima-Index stieg von 101,7 auf 103,8 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9.000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten mit 101,9 Zählern gerechnet.

Der Index der Geschäftserwartungen stieg von 98,2 Punkten auf 101,2 Punkte, die Lageeinschätzungen stehen bei 106,4 Punkten, im Vormonat hatten sie bei 105,4 Punkten gelegen. Auch diese Ergebnisse fallen besser aus, als Fachleute gedacht hatten.

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts. | Bildquelle: Imago

Mitten im Sommerhoch

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ARD-Börse: Ifo-Geschäftsklima überraschend positiv

"Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Sommerhoch", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Neben einer starken Binnenkonjunktur trägt der Waffenstillstand beim Handelskonflikt mit den USA zur besseren Stimmung bei."

Konsum und Bauboom kurbelten die Konjunktur zuletzt an. Dadurch wuchs Europas größte Volkswirtschaft im zweiten Quartal um 0,5 Prozent, nachdem es zu Jahresbeginn nur zu 0,4 Prozent gereicht hatte. Wegen Risiken wie einem Aufflammen des Handelsstreits zwischen der EU und den USA, dem näher rückenden EU-Austritt Großbritanniens oder der Währungskrise in der Türkei rechnen viele Experten aber mit einer langsameren Gangart im zweiten Halbjahr.

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"Die Unternehmensstimmung hat sich erstmals seit November letzten Jahres erholt und damit deutlich positiv überrascht", schreibt Helaba-Experte Ulrich Wortberg. Politische Themen wie Handelskonflikt, "Brexit" und Italien schienen die deutsche Wirtschaft kaum zu belasten, so der Marktbeobachter. Der Dax reagierte kaum auf die frischen Konjunkturzahlen. Der Euro legte tendenziell etwas zu.

ts

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"Faustdicke positive Überraschung" Stimmen zum Ifo-Index

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW
"Das war eine faustdicke positive Überraschung aus München. Wir hatten zwar als Reaktion auf den Trump/Juncker-Deal mit einer moderat positiven Reaktion der Unternehmensstimmung gerechnet. Die vorliegenden Frühindikatoren hatten jedoch keine derart starke Erholung nahegelegt. Einen so starken Anstieg im Monatsvergleich gab es zuletzt im Dezember 2014. Die Sorgen vor einem Konjunkturabschwung sollten somit einstweilen vertrieben sein. Euphorie wäre jedoch gleichwohl nicht angebracht: Eine Trendwende wird traditionell erst nach drei Anstiegen in Folge diagnostiziert, zudem schwebt das Damoklesschwert eines sich weiter zuspitzenden Handelskonflikts zwischen den USA und China weiterhin über der Weltwirtschaft."