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"Zweite Welle wirft Schatten voraus" Stimmen zum Ifo-Index

 Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer:

"
Die zweite Corona-Welle wirft ihren Schatten voraus und hat das Ifo-Geschäftsklima im Oktober zum ersten Mal seit April deutlich fallen lassen. Die Aussichten für das Wachstum im vierten Quartal haben sich deutlich eingetrübt. Der Staat sollte seine Anti-Corona-Maßnahmen so ausgestalten, dass die Geschäfte als der Absatzkanal für die gesamte deutsche Wirtschaft anders als bei der ersten Welle offen bleiben."

"Zweite Welle wirft Schatten voraus" Stimmen zum Ifo-Index

 Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer:

"
Die zweite Corona-Welle wirft ihren Schatten voraus und hat das Ifo-Geschäftsklima im Oktober zum ersten Mal seit April deutlich fallen lassen. Die Aussichten für das Wachstum im vierten Quartal haben sich deutlich eingetrübt. Der Staat sollte seine Anti-Corona-Maßnahmen so ausgestalten, dass die Geschäfte als der Absatzkanal für die gesamte deutsche Wirtschaft anders als bei der ersten Welle offen bleiben."

Dr. Michael Holstein, Leiter Volkswirtschaft bei der DZ Bank

Michael Holstein, Leiter Volkswirtschaft bei der DZ Bank:

"Deutsche Unternehmen fürchten einen erneuten Lockdown - insbesondere Unternehmen im Dienstleistungssektor. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die bislang ergriffenen, noch relativ milden Einschränkungen ausreichen, um die Zahl der Neuinfektionen wieder nach unten zu drücken. Wenn härtere Maßnahmen notwendig werden, droht der deutschen Wirtschaft eine längere und harte Durststrecke. Denn bis zur breiten Verteilung eines Impfstoffes kann es noch lange dauern."

Dr. Friederike Köhler-Geib

Friederike Köhler-Geib, KfW:

"Alles wirkt gerade wie ein Déjà-vu Erlebnis. Die Infektionszahlen schießen wieder in die Höhe und die Eindämmungsmaßnahmen werden stetig verschärft. Bei manchen unserer europäischen Nachbarn werden sogar schon wieder Ausgangssperren und Geschäftsschließungen angeordnet. Da verwundert es nicht, dass sich auch das Geschäftsklima etwas eintrübt. Doch vor allem das Produzierende Gewerbe dürfte diesmal besser davonkommen als während der ersten Infektionswelle, da voraussichtlich auch bei den europäischen Handelspartnern möglichst wenige Wirtschaftsaktivitäten eingeschränkt werden."

Thomas Gitzel, Volkswirt bei der VP-Bank

Thomas Gitzel, Volkswirt bei der VP-Bank, Liechtenstein:

"Den deutschen Unternehmen sitzt die erste Corona-Welle noch in den Knochen. Die Furcht vor einem neuerlichen Lockdown wächst und ist auch nicht mehr völlig abwegig. Die rasante Ausbreitung des Virus in den europäischen Nachbarländern mahnt auch in Deutschland zur Vorsicht. Es muss deshalb nicht weiter verwundern, dass die deutschen Unternehmen ihre weiteren Geschäftsaussichten gegenüber dem Vormonat spürbar schlechter einschätzen."

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW:

"Die heutige Veröffentlichung unterstreicht, dass die Zeit positiver konjunktureller Nachrichten erst einmal vorbei sein dürfte. Nach zuvor fünf Anstiegen in der Folge ist der vergleichsweise moderate Rücksetzer des Geschäftsklimas zwar noch kein Beinbruch, aber ein deutliches Warnsignal. Die zuvor dezidiert zuversichtliche Erwartungshaltung der Unternehmensentscheider mit Blick auf die kommenden Monate hat einen merklichen Dämpfer erhalten – und dies ist wohl nur ein Vorgeschmack dafür, was noch bevorstehen könnte, falls der zuletzt explosionsartige Anstieg der Corona-Infektionszahlen nicht bald eingedämmt werden kann."

Alexander Krüger, Chefvolkswirt Bankhaus Lampe

Alexander Krüger, Chefvolkswirt Bankhaus Lampe:

"Die weltweit verschärfte Corona-Lage hat aufs Gemüt geschlagen. Möglicherweise ist dies nur ein erster Schritt. Die erneut bessere Bewertung der Geschäftslage kommt angesichts vollerer Auftragsbücher zwar nicht von ungefähr. Wegen gestiegener Corona-Beschränkungen ist die Sorge der Unternehmen aber nachvollziehbar, ob Aufträge auch abgearbeitet werden können. Die Sorge ist größer geworden, dass der Konjunkturerholung stärker die Luft ausgehen könnte."

Andreas Scheuerle, Deka Bank

Andreas Scheuerle, Deka Bank:

"Die Konjunktur wird leiden – eine Rezession rückt näher. Es bedarf keines Lockdowns in Deutschland, um die Konjunktur auszubremsen. Schon die exponentiell steigenden Infektionszahlen reichen aus: Menschen in Quarantäne fehlen den Unternehmen, Haushalte und Unternehmen werden zunehmend verunsichert. Hinzu kommen zunehmende Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens bis hin zu Lockdowns im Rest Europas. Das sind keine schöne Aussichten für das Winterhalbjahr."

Ulrich Wortberg, Helaba

Ulrich Wortberg, Helaba:

"Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im laufenden Monat abgeschwächt. Fraglich ist, inwieweit der jüngste Anstieg der Corona-Neuinfektionen und die Diskussionen über weitere Einschränkungen in dieser Umfrage berücksichtigt sind. Vor allem der Dienstleistungssektor ist in Alarmbereitschaft. Konjunktursorgen nehmen zu und mit Blick auf die EZB-Ratssitzung am Donnerstag stellen sich Marktteilnehmer zunehmend die Frage, ob Präsidentin Lagarde bereits weitere Maßnahmen ankündigen wird."