Ifo-Geschäftsklimaindex Oktober 2019
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Stabilisierung auf niedrigem Niveau Deutsche Wirtschaft: Noch schlecht, bald besser

Stand: 25.10.2019, 10:13 Uhr

Nach einem monatelangen Abschwung liegt der Ifo-Index am zweiten Monat hintereinander auf demselben Niveau. Das macht Hoffnung.

Das Barometer für das Geschäftsklima verharrte auf dem Vormonatswert von 94,6 Punkten, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9.000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem leichten Rückgang auf 94,5 Punkte gerechnet. Im August hatte das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer noch den tiefsten Stand seit Ende 2012 erreicht. "Die deutsche Konjunktur stabilisiert sich", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Für das vierte Quartal erwartet das Münchner Institut nun, dass es konjunkturell wieder aufwärts geht und die Wirtschaftsleistung leicht zulegen wird.

Erwartungen besser als Lage

Weiter abwärts ging es bei dem Wert für die Geschäftslage. Hier sank der Wert von revidiert 98,6 auf 97,8 Punkte. Die durchschnittlichen Erwartungen der Volkswirte lagen bei 98,0 Zählern. Deutlich verbessert haben sich dagegen die Geschäftserwartungen mit einem Wert von 91,5 nach zuvor revidiert 90,9 Punkten. Hier lagen die Erwartungen bei 91,0 Zählern.

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Die Daten zeigen, dass sich die deutsche Wirtschaft derzeit mutmaßlich noch in einer Rezession befindet. Bereits die Bundesbank hatte die Vermutung geäußert, dass die Wirtschaftsleistung möglicherweise auch im dritten Quartal geringfügig gesunken ist. Falls die Prognose zutreffen sollte, steckt die Wirtschaft in einer sogenannten technischen Rezession - also zwei Quartale in Folge mit schrumpfendem Bruttoinlandsprodukt (BIP). Im zweiten Quartal war das BIP bereits um 0,1 Prozent gesunken.

Direkt nach der Veröffentlichung erhielten Dax und Euro einen leichten Impuls nach oben. Die Wirkung hielt aber nicht lange an.

"Die Stagnation des Geschäftsklimas bei gleichzeitig etwas weniger pessimistischen Erwartungen ist eine willkommene Versicherung, dass die deutsche Wirtschaft nicht ins Bodenlose stürzt", sagte der Ökonom Klaus Borger von der staatlichen Förderbank KfW.

ME

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"Wann lichtet sich der Nebel der Unsicherheit?" Stimmen zur Konjunkturlage

Dr. Klaus Borger, KfW

Klaus Borger, KfW
"Die Stagnation des Geschäftsklimas bei gleichzeitig etwas weniger pessimistischen Erwartungen ist eine willkommene Versicherung, dass die deutsche Wirtschaft nicht ins Bodenlose stürzt. Gute Nachrichten sind gleichwohl rar: Die jüngste Deeskalation im US-chinesischen Handelsstreit ist nur ein Waffenstillstand, die USA entscheiden im November möglicherweise über Sonderzölle auf Autoimporte aus der EU, und der Ausgang des Brexit-Dramas ist ungeachtet des mit der EU verhandelten Kompromisses kurz vor Ende der zweiten Zugabe so unvorhersehbar wie eh und je. Alles in allem: Die Wirtschaft wartet weiter, dass sich der dichte Nebel der Unsicherheit endlich lichtet."