Ifo-Geschäftsklimaindex September 2019
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Leichte Erholung Ifo: "Der Abschwung macht eine Pause"

Stand: 24.09.2019, 10:20 Uhr

Nach zuletzt fünf Rückgängen in Folge hat sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft im September leicht aufgehellt. Die Aussichten bleiben allerdings trübe.

Das Barometer für das Geschäftsklima konnte sich etwas verbessern und kletterte auf 94,6 Punkte von 94,3 Zählern im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag unter Berufung auf seine monatliche Umfrage unter rund 9.000 Managern mitteilte. Im August lag der wichtigste deutsche Konjunkturindikator noch auf dem niedrigsten Wert seit November 2012.

Clemens Fuest, Ifo-Institut

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts. | Bildquelle: Ifo-Institut

Von Reuters befragte Ökonomen hatten für diesen Monat mit einem geringeren Anstieg auf 94,4 Punkte gerechnet. "Der Abschwung macht eine Pause", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Er erklärte den Anstieg im September mit einer besseren Einschätzung der aktuellen Lage. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage günstiger als zuletzt, ihre Aussichten für die kommenden sechs Monate allerdings etwas skeptischer.

"Das ist nicht der Beginn einer Trendwende", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Der Markt zeigte sich dementsprechend unbeeindruckt von den Ifo-Daten. Das Geschäftsklima ist am Dienstag nicht zum erhofften Kurstreiber geworden. Der Dax hielt sich wie vor dem Ifo nah an der Gewinnschwelle auf, der Euro reagierte kaum.

"Noch kein Grund zur Besorgnis"

Die deutsche Wirtschaft steht derzeit an der Schwelle zur Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im Frühjahr um 0,1 Prozent. Geht es im Sommer das zweite Quartal in Folge bergab, gilt dies unter Experten bereits als Rezession, selbst wenn die Wirtschaft danach wieder wachsen sollte. "Die Anzeichen für eine Rezession in Deutschland mehren sich", hatte Fuest noch im August betont.

Die Bundesbank hält dies für möglich, sieht darin aber "noch keinen Grund zur Besorgnis". Der exportabhängigen Industrie macht neben dem Ende Oktober anstehenden EU-Austritt Großbritanniens besonders der von US-Präsident Donald Trump entfachte Handelsstreit zu schaffen. Eine große Gefahr sehen Fachleute auch darin, dass die Dienstleister mit in den Abwärtsstrudel gezogen werden. Das würde die noch gut laufende Inlandskonjunktur spürbar bremsen.

Düster sieht es laut Ifo weiter in der Industrie aus. "Im Verarbeitenden Gewerbe kennt das Geschäftsklima nur eine Richtung: abwärts", erklärte Fuest. Die aktuelle Nachfrage und die Produktionspläne signalisierten keine Besserung in den kommenden Monaten. Bei den Dienstleistern hingegen überwog nach einem Rückschlag im August nun wieder die Zuversicht, während sich die Stimmung im Handel erneut eintrübte. Am Bau blickten die Firmen abermals zuversichtlich auf künftige Geschäfte. "Die Unternehmen schätzten ihre Lage immer noch sehr gut ein, aber nicht mehr ganz so gut wie im Vormonat", betonte Fuest.

tb/rtr