Autotransporter mit VW-PKW

So trübe wie zuletzt 2009 Ifo: Exportaussichten deutscher Autobauer richtig mies

Stand: 06.04.2020, 09:18 Uhr

Die Schäden, die das Coronavirus in der deutschen Autoindustrie anrichtet, werden immer gravierender. Der Ifo-Index der Exporterwartungen sackt auf den tiefsten Stand seit elf Jahren.

Die Geschäftserwartungen der deutschen Autoindustrie für die nächsten Monate sind im März wegen der Corona-Epidemie eingebrochen. Wie das Ifo-Institut mitteilte, ist der Index im Monatsvergleich um 14 Punkte auf minus 33,7 Punkte abgesackt. Auch die anderen Indizes für die Autobranche verzeichneten der Ifo-Umfrage zufolge im Monatsvergleich herbe Einschnitte.

Die Exporterwartungen stürzten mit einem Wert von minus 42,7 Punkten auf ein Tief seit März 2009, hieß es von Ifo-Ökonom Klaus Wohlrabe. Die Erwartungen für Nachfrage und Produktion gaben den Angaben der Wirtschaftsforscher zufolge ebenfalls stark nach.

Immer häufiger droht Kurzarbeit

Ein wachsender Anteil der an der Umfrage beteiligten Unternehmen sei demnach der Ansicht, bald Kurzarbeit beantragen zu müssen: Der Anteil habe sich im Vergleich zum Vormonat mehr als verdoppelt. Einige Autobauer sind hier schon einen Schritt weiter, BMW meldete im März bereits 20 000 Mitarbeiter bei der Agentur für Arbeit an.

Die weitreichenden Beschränkungen des Wirtschaftslebens im Zuge der Corona-Krise belasten auch die Nachfrage in der Autoindustrie stark. Zuletzt waren die US-Absatzzahlen bereits eingebrochen.

Automarkt USA. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Auch die vom Ifo-Institut befragten deutschen Unternehmen gaben an, dass die Lager unverkaufter Autos zuletzt wieder stärker angewachsen seien. Der Lagerbestand stieg demnach im März doppelt so schnell an wie noch im Vormonat, während der Schwund in den Auftragsbüchern weiter zunahm.

ts/rtr/dpa-AFX