GfK-Konsumklimaindex Dezember 2018, 10,4 Punkte
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GfK-Barometer auf Jahrestief Höhere Benzinpreise trüben Konsumklima

Stand: 28.11.2018, 08:52 Uhr

Ausgerechnet zum Weihnachtsgeschäft vergeht den Deutschen die Kauflaune. Das von der GfK ermittelte Konsumklima sank auf den niedrigsten Stand seit eineinhalb Jahren.

Die im Oktober deutlich gestiegene Inflation dämpft die Stimmung der Bundesbürger. Die Preise stiegen hierzulande mit 2,5 Prozent so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Benzin und Heizöl waren wochenlang spürbar teurer und haben die Inflation in Deutschland in die Höhe getrieben. Durch die höheren Spritpreise hätten die Menschen zuletzt weniger im Geldbeutel gehabt, meinte GfK-Forscher Rolf Bürkl. "Wenn mehr Geld an den Zapfsäulen zu bezahlen ist, fehlt dieses für andere Anschaffungen."

"Erste dunkle Wolken am Konjunkturhimmel"

Das Konsumklima-Barometer für Dezember fiel um 0,2 auf 10,4 Punkte. Das teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch zu ihrer monatlichen Umfrage unter 2000 Verbrauchern mit. Im Oktober und November hatte der Index jeweils noch bei 10,6 Punkten gelegen. Vor allem bei ihren Erwartungen an die konjunkturelle Entwicklung sind die Deutschen pessimistischer geworden. Die Einkommenserwartungen sanken auf ein Jahrestief. Auch die Aussichten für die Konjunktur wurden schlechter bewertet.

"Turbulenzen wie der Handelskonflikt der USA mit China und der EU oder der Brexit verunsichern zunehmend die deutschen Verbraucher", meinte GfK-Experte Bürkl. "Sie sehen eine schwächer werdende Konjunkturdynamik und erste dunkle Wolken am Konjunkturhimmel."

Weihnachtsgeschäft dürfte trotzdem gut laufen

Konsumverhalten zur Weihnachtszeit

Weihnachtsgeschäft. | Bildquelle: dpa

Hoffnung auf einen guten Jahresendspurt macht den Einzelhändlern aber die gestiegene Bereitschaft zu größeren Anschaffungen. "Wir gehen davon aus, dass das Weihnachtsgeschäft stabil bleiben wird", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt ist weiter sehr gut - und damit auch die Einkommensentwicklung. "Auch die Renten sollen im nächsten Jahr nochmals erhöht werden", sagte Bürkl.

Die deutschen Einzelhändler wollen im Weihnachtsgeschäft erstmals mehr als 100 Milliarden Euro umsetzen. Die Einnahmen dürften im November und Dezember zusammen um 2,0 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 100,3 Milliarden Euro steigen, prophezeit der Branchenverband HDE. Allerdings würden damit die Steigerungsraten der Vorjahre nicht wieder erreicht. 2017 hatte es ein Plus von 3,8 Prozent gegeben, 2016 sogar von 4,6 Prozent. Jeder Kunde will laut einer HDE-Umfrage im Schnitt 472 Euro für Festtagsgeschenke ausgeben - knapp sieben Euro mehr als im vergangenen Jahr.

Konsumausgaben dürften 2018 um 1,5 Prozent steigen

Einkaufswagen mit Lebensmitteln

Einkaufswagen. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Für den deutschen Einzelhandel ist es das neunte Wachstumsjahr in Folge. Viele Deutsche sind in Konsumlaune. Besonders in Segmenten wie Sport, Camping, Fahrräder, Lebensmittel, Kosmetik und Körperpflege stiegen die Umsätze. Die GfK rückt daher bisher auch nicht von ihrer Prognose für die privaten Konsumausgaben für das gesamte Jahr ab: Die Forscher gehen weiter davon aus, dass diese 2018 um etwa 1,5 Prozent steigen.

Das gute Bild werde sich erst ändern, wenn erste Unternehmen beginnen, ihre Planungen zu ändern - etwa im Hinblick auf die Zahl der Beschäftigten. Bürkl nannte hier allen voran die Automobilindustrie, der Diesel-Skandale, Elektromobilität sowie der Handelskonflikt mit den USA. Nach fast zehn Jahren Aufschwung hätten manche den Eindruck, es werde nie wieder einen Abschwung geben. Das dürfe man aber nicht glauben, sagte Bürkl: "Wenn man sich die ganzen Rahmenbedingungen auch weltwirtschaftlicher Art anschaut, ist fast schon die Saat gelegt für einen Abschwung."

nb