Ifo-Geschäftsklimaindex Oktober
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Ifo-Index geht zurück "Herbst-Blues" in der deutschen Wirtschaft

Stand: 25.10.2018, 10:16 Uhr

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft trübt sich weiter ein. Im Oktober fiel der Ifo-Geschäftsklimaindex. Die zunehmenden geopolitischen Unruheherde verunsichern offenbar die Manager.

Das viel beachtete Barometer für das Geschäftsklima sank von 103,7 Punkten im Vormonat auf 102,8 Zähler im Oktober. Das ergab die monatliche Umfrage des Münchner Ifo-Instituts unter rund 9.000 Managern. Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 103,0 Zähler gerechnet.

Italien und Brexit hinterlassen negative Spuren

"Die weltweiten Unsicherheiten bremsen die deutsche Wirtschaft aus", begründete Ifo-Präsident Clemens Fuest den Rückgang des wichtigen Frühindikators. Der chinesisch-amerikanische Handelskonflikt, der Streit zwischen Italien und der EU sowie die stockenden Brexit-Verhandlungen schüren Sorgen vor einer Konjunkturabkühlung. "Das Szenario einer nachlassenden konjunkturellen Dynamik wird ebenso bestätigt wie die EZB, die es mit der ersten Leitzinserhöhung nicht besonders eilig hat", meinte Ulrich Wortberg, Ökonom der Helaba.

Skeptischer Blick auf die nächsten Monate

Zudem beurteilen die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft ihre Geschäftslage schlechter und auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate. Der Geschäftslage-Teilindex sank auf 105,9 Punkte. Das Barometer für die Geschäftserwartungen trübte sich auf 99,8 Punkte ein. Ökonomen hatten mit besseren Daten gerechnet. In den betrachteten Wirtschaftsbereichen hellte sich die Stimmung lediglich im Baugewerbe auf.

Das kleine "Sommerhoch" scheint damit nun wieder verflogen. Im September war der Ifo-Index leicht zurückgegangen, nachdem er im August erstmals seit acht Monaten wieder gestiegen war.

Dax und Euro treten auf der Stelle

Trotz der trüberen Stimmung in der deutschen Wirtschaft zeigt sich der deutsche Aktienmarkt ziemlich unbeeindruckt. Der Dax dreht nach anfänglichen Verlusten leicht ins Plus. Der Euro verharrt bei knapp um die 1,14 Dollar.

Dax

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nb

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Das sagen die Experten Ifo-Index gefallen

Ulrich Wortberg, Helaba

Die Unternehmensstimmung habe sich abgeschwächt, was in Anbetracht der enttäuschenden ZEW-Umfrage und der rückläufigen Einkaufsmanagerindizes zu erwarten war, meint Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem "Brexit", der Konflikt zwischen Italien und den EU-Partnern, der Handelskonflikt und geopolitische Spannungen dürften dafür verantwortlich sein. Das Szenario einer nachlassenden, konjunkturellen Dynamik werde ebenso bestätigt wie die EZB, die es mit der ersten Leitzinserhöhung nicht besonders eilig hat.