Weihnachtsgeschäft
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Konsumklima-Index GfK: Weniger Geld für Geschenke

Stand: 28.11.2017, 13:30 Uhr

Auch wenn viele Deutsche von der brummenden Kojunktur nicht profitieren, viele Verbraucher sind in der Vorweihnachtszeit in Kauflaune. Die Geschenke dürften allerdings nicht ganz so üppig ausfallen wie im Vorjahr.

Nachdem sich die Stimmung der deutschen Verbraucher zuletzt zwei Monate hintereinander eingetrübt hatte, ist der Rückgang nun gestoppt. Das von der GfK gemessene Barometer für das Konsumklima verharrte im Dezember unverändert bei 10,7 Punkten, wie die Nürnberger Forscher jetzt zu ihrer Umfrage unter 2.000 Frauen und Männern mitteilten. "Dies ist vor allem vor dem Hintergrund des bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts eine gute Nachricht", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Für Weihnachtsgeschenke wollen die Menschen in Deutschland in diesem Jahr trotzdem etwas weniger ausgeben: Im Schnitt sind 278 Euro geplant - und damit zwei Euro weniger als im vergangenen Jahr. Wie in den Vorjahren wollen neun von zehn Verbrauchern zum Fest etwas verschenken: vor allem Bücher, Spielwaren und Bekleidung.

Umfrage vor dem Jamaika-Aus

Die Umfrage wurde zwar vor dem Scheitern der Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Grünen abgeschlossen, doch zeichnete sich die schwierige Regierungsbildung bereits zuvor ab. Nun bleibt abzuwarten, ob die jüngste Regierungskrise die Verbraucherstimmung beeinträchtigen wird.

"Dies wird unter anderem auch davon abhängen, inwieweit das weitere Vorgehen zur Bildung einer stabilen Regierung zu einer Hängepartie wird", sagte Bürkl. "Sollte dies der Fall sein, kann das die Unsicherheit sowohl bei den Konsumenten wie auch den Unternehmen verstärken. In diesem Fall würde dies ein Risiko für die derzeit gute Konsumlaune darstellen."

GfK-Konsumklima-Index Dezember 2017: 10,7

GfK-Konsumklima-Index. | Bildquelle: GfK, picture alliance / dpa, Grafik: boerse.ARD.de

Einkommensaussichten verschlechtert

Die Verbraucher bewerteten die Konjunkturaussichten etwas positiver als zuletzt. "Nach wie vor sehen sie die deutsche Wirtschaft auf einem klaren Wachstumskurs", sagte Bürkl. Das Ifo-Geschäftsklima - der wichtigste Frühindikator für die Entwicklung von Europas größter Volkswirtschaft - erreichte zuletzt ein Rekordniveau.

Ihre Einkommensaussichten bewerteten die Befragten laut GfK ein wenig schlechter als im Vormonat, doch liegen sie nach wie vor auf hohem Niveau. "Grundlage für den ausgeprägten Einkommensoptimismus ist und bleibt die exzellente Verfassung des Arbeitsmarktes in Deutschland", betonte Bürkl.

Bereitschaft zu größeren Anschaffungen

Auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen bleibt trotz eines kleinen Rückgangs dieses Teilindikators recht hoch. "Exzellente Beschäftigungsaussichten sorgen bei den Arbeitnehmern in Deutschland für eine hohe Jobsicherheit", erklärte Bürkl. "Die daraus folgende Planungssicherheit in Verbindung mit guten Einkommenszuwächsen veranlasst offenbar die Konsumenten, ihre Geldbeutel bereitwillig zu öffnen." Davon profitiert der Einzelhandel: Er rechnet in diesem Jahr erstmals mit Umsätzen von mehr als einer halben Billion Euro.

lg