GfK-Konsumklima-Index Mai 2018 10,8

Konsumlaune könnte besser sein GfK: Politische Konflikte drücken die Stimmung

Stand: 26.04.2018, 09:32 Uhr

Die Krise in Syrien und der schwelende Handelsstreit mit den USA lassen die Verbraucher nicht kalt. Die Stimmung trübt sich leicht ein. Aber noch besteht kein Grund zur Sorge.

Das kann sich natürlich ändern. Eine weitere Verschärfung der aktuellen Konflikte könnte "das Konsumklima nachhaltig beeinträchtigen", warnten die GfK-Forscher. Vor allem ein zunehmender Protektionismus im internationalen Handel würde die Exportnation Deutschland treffen. Dies hätte eine wachsende Angst vor Jobverlust zur Folge und würde die Kauflaune weiter dämpfen.

Der für Mai ermittelte Index für das Konsumklima sank um moderate 0,1 Punkte auf 10,8 Zähler. Das liegt im Rahmen der Expertenschätzungen. Trotz des Dämpfers bleibt das GfK-Konsumklima also noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

US-Luftangriff auf Kobani im Norden Syriens

US-Luftangriff in Syrien: Eine Verschärfung des Syrienkonflikts wäre besorgniserregend. | Bildquelle: picture alliance / abaca

Ein Damoklesschwert schwebt über uns

"Wir sehen im April bei der Verbraucherstimmung insgesamt eine eher verhaltene Entwicklung", sagte GfK-Forscher Rolf Bürkl. Mögliche Gründe seien der andauernde Streit mit den USA über die Handelspolitik. "Das schwebt wie ein Damoklesschwert über den deutschen Verbrauchern", sagte Bürkl.

Hinzu komme der Syrienkonflikt, der durch den mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen eskaliert sei. "Ich befürchte, dass die Verbraucher etwas stärker verunsichert sind - weil sie befürchten, dass sich die Konfrontation mit Russland verstärken könnte. Das hätte dann auch Auswirkungen auf sie selbst", sagte Bürkl.

"Genereller Einkommensoptimismus"

Das GfK-Barometer zur Konjunkturerwartung sinkt im April um 8,5 Zähler auf 37,4 Punkte. Im Sog sinkender Konjunkturerwartungen sehen die Verbraucher auch ihre Einkommensaussichten leicht getrübt. Trotz der leichten Verluste bleibe aber der generelle Einkommensoptimismus nach wie vor erhalten, wie die Marktforscher herausgefunden haben. "Stabile Beschäftigungsaussichten sorgen für gute Einkommenszuwächse bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern", heißt es in der Mitteilung.

Einkaufswagen mit Lebensmitteln

Aus Einkommensoptimismus sollen Einkäufe werden. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Der Konsumklimaindex der GfK basiert auf monatlich rund 2.000 Verbraucherbefragungen. Das Konsumklima bezieht sich dabei auf die gesamten privaten Konsumausgaben - nicht nur im Einzelhandel, sondern auch für Dienstleistungen, Reisen, Miete, Gesundheit und Wellness.

ts

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Die wichtigsten deutschen Konjunkturindikatoren boerse.ARD.de erklärt

Ifo-Geschäftsklimaindex
Der weitaus wichtigste konjunkturelle Frühindikator in Deutschland ist der Geschäftsklimaindex des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo). Entsprechend aufmerksam verfolgen auch die Börsianer den Index, der gegen Ende jedes Monats veröffentlicht wird.

Für den Index befragen die Wirtschaftsforscher rund 9.000 deutsche Unternehmen, wie sie die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen für die kommenden sechs Monate einschätzen. Die Gegenwart müssen die Unternehmen mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" beurteilen. Bei dem Blick in die nahe Zukunft darf es gemäß Fragebogen "besser", "gleich" oder "schlechter" laufen. Das Ifo-Institut saldiert die Prozentanteile der positiven und negativen Antworten, gewichtet diese nach Branchen und bildet dann den Mittelwert. Das Ergebnis wird ins Verhältnis zum Basisjahr 2015 gesetzt.

Die Marktteilnehmer blicken fast ausschließlich auf die Veränderung des Gesamtindex im Vergleich zum Vormonat. Steigt der Index, hellt sich die Konjunkturlage in Deutschland auf. Sinkt er, trüben sich die Aussichten ein. Als besonders aussagekräftig gilt die Tendenz über mehrere Monate. Steigt der Ifo-Index drei Mal in Folge, lässt dies einen Konjunkturaufschwung erwarten.