GfK-Konsumklima-Index Oktober 2017: 10,8

Stimmung der Verbraucher GfK: Konsumlaune etwas eingetrübt

Stand: 28.09.2017, 10:17 Uhr

Den deutschen Verbrauchern sitzt das Geld nicht mehr ganz so locker wie in den Vormonaten. Die von den Konsumforschern der Nürnberger GfK gemessene Stimmung hat sich jedenfalls etwas eingetrübt.

Für ihre monatliche Konsumklimastudie geht die GfK für den Oktober von einem leichten Rückgang des Konsumklimaindex um 0,1 Zähler auf 10,8 Punkte aus. Die Bundestagswahl hatte auf das Konsumklima noch keine Auswirkungen, weil die Befragung davor abgeschlossen war.

Durch die zuletzt leicht gestiegene Inflation hätten die Verbraucher das Gefühl, etwas weniger in der Tasche zu haben, erklärte der Konsumforscher der GfK, Rolf Bürkl. Generell sei die Konsumlaune aber weiter gut. Vor allem die zuletzt etwas gestiegenen Benzinkosten spielten für viele Pendler eine große Rolle, sagte Bürkl. "Zusammen mit den Nahrungsmitteln ist das eine Art Signalpreis für die Konsumenten."

Benzinpreise besonders sensibel

GfK-Logo vor der Unternehmenszentrale in Nürnberg

GfK. | Bildquelle: picture alliance / Daniel Karmann/dpa

Die Benzinpreise seien besonders öffentlichkeitswirksam, weil sie in großen Lettern an den Straßen zu beobachten sind. "Die gefühlte Inflation mag dann vielleicht sogar etwas höher sein als die tatsächlich gemessene", sagte Bürkl. Die Teuerung wirke sich erfahrungsgemäß stark auf Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung aus - beide Indikatoren sanken zuletzt.

Insgesamt habe sich die Konsumstimmung in den vergangen Monaten von ihrer besten Seite gezeigt. "Einige Indikatoren eilten von Rekord zu Rekord", sagte Bürkl. Das habe sich im September nicht fortgesetzt. Vor allem die Einkommenserwartung sank nach fünf Anstiegen in Folge. "Das ist nach meiner Einschätzung aber nicht so dramatisch, denn das Niveau der Stimmungsindikatoren generell ist nach wie vor sehr hoch." Bürkl sieht die Entwicklung daher eher als Normalisierung: "Wir hatten in den Monaten jeweils Wiedervereinigungs-Rekordstände. Da ist es nachvollziehbar, dass das nicht endlos so weiter gehen kann."

GfK-Konsumklimaindex

Für seinen Konsumklimaindex befragt der Nürnberger Marktforscher GfK 2.000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihrer Einkommens- und Konjunkturerwartung sowie ihrer Konsumneigung auf Sicht von zwölf Monaten. Aus diesen drei Teilkomponenten wird seit 1980 der Index errechnet, der theoretisch Werte zwischen -100 und +100 erreichen kann. Ziel ist eine Aussage, in welche Richtung sich die monatlichen privaten Konsumausgaben verändern werden.

Risiko Bundespolitik

Erfreulich sei zudem, dass die Erwartungen der Verbraucher an die Konjunktur sich wieder etwas verbessert hätten. "Im Vormonat gab es ja die ein oder andere Befürchtung, dass das jetzt eine Trendwende wäre - als würde aus Sicht der Verbraucher ein Abschwung einsetzen. Aber das hat sich nicht bestätigt", sagte Bürkl.

Bei der weiteren Entwicklung des Konsumklimas könnte die Bundespolitik stärker in den Fokus rücken. In den nächsten Monaten werden die Verbraucher die Koalitionsverhandlungen im Blick haben. "Wenn es eine Hängepartie gibt, könnte sich das negativ auf die Stimmung auswirken", vermutet Bürkl. Auch international gebe es weiter einige Risiken - etwa durch das Atomprogramm von Nordkorea, die Brexit-Verhandlungen und die nach wie vor unklare künftige Handelspolitik der US-Regierung.

lg/dpa