GfK-Konsumklima-Index September 2018: 10,5
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GfK-Konsumklima Sparen statt Prassen

Stand: 29.08.2018, 09:14 Uhr

Angesichts der weltpolitisch turbulenten Zeiten werden die Menschen vorsichtiger beim Geldausgeben. Das stellen die GfK-Marktforscher in ihren Umfragen fest. Das Konsumklima zeigt einen kleinen Dämpfer.

Die Deutschen werden zurückhaltender mit Neuanschaffungen, ihre Konsumlaune sinkt. Das für September erstellte Barometer für die Verbraucherstimmung ging im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Zähler auf 10,5 Punkte zurück, wie das Forschungsinstitut GfK am Mittwoch in Nürnberg mitteilte.

Gesunkene Einkommenserwartung

Eine wesentliche Ursache ist: Die Verbraucher erwarten, dass ihnen in Zukunft weniger Geld zur Verfügung steht.

»Die Menschen sehen, dass sie für ihr Geldvermögen kaum Zinsen erhalten, aber auf der anderen Seite mit einer Geldentwertung von zwei Prozent rechnen müssen.«

GfK-Experte Rolf Bürkl

Höhere Energiepreise und die anhaltend niedrigen Zinsen trüben die Stimmung. Beide Faktoren zusammen seien für die Konsumenten keine gute Nachricht, weil ihre Ersparnisse an Wert verlören und ihnen weniger für andere Anschaffungen im Geldbeutel bleibe, sagte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. Das Konsumklima wird allmonatlich in einer Umfrage unter 2.000 Verbrauchern erstellt.

»Möglicherweise überlagern die zuletzt höheren Energiepreise, die die Inflation aktuell auf zwei Prozent steigen lassen, die exzellenten Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt und die soliden Einkommenssteigerungen.«

GfK-Experte Rolf Bürkl

Konjunkturaussichten aufgehellt

Der GfK-Dämpfer ist zwar nur minimal, überraschte Analysten aber doch negativ. Sie hatten im Schnitt eine Stagnation des Indexwertes bei 10,6 Punkten erwartet. Stattdessen steht das Barometer in der größten Volkswirtschaft Europas auf dem niedrigsten Wert seit Juni 2017. Trotz des neuerlichen Rückschlags bleibt das deutsche Konsumklima aber weiter auf einem vergleichsweise hohen Niveau, nachdem der Indexwert im Februar den höchsten Stand seit 2001 erreicht hatte.

»Trotz des zweiten Rückgangs in Folge gehen die Verbraucher aber nach wie vor davon aus, dass die gute Konsumkonjunktur erhalten bleibt, wenn auch die Dynamik möglicherweise etwas nachlassen könnte.«

GfK-Experte Rolf Bürkl

Positiv ist auch: Bei den Konjunkturaussichten sind die Verbraucher inzwischen wieder optimistischer. Hauptgrund sei, dass sich der Handelsstreit der USA mit China und der EU nach Einschätzung der Verbraucher etwas entspannt habe.

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Auch die jüngste Wirtschaftsdaten, die auf einen weiter stabilen Aufschwung hindeuten helfen. Laut jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes hat das deutsche Wirtschaftswachstum in den Monaten April bis Juni an Fahrt aufgenommen.

bs