GfK-Konsumklimaindex November 2019

Einkommensaussichten und Konsumfreude sinken GfK-Konsumklima trübe wie lange nicht

Stand: 25.10.2019, 09:09 Uhr

Der Optimismus unter den deutschen Verbrauchern ist wieder gesunken. Das hat das Marktforschungsinstitut GfK ermittelt. Rezessionsangst und schwächere Einkommenserwartungen schlagen auf die Stimmung durch.

Auf den tiefsten Wert seit drei Jahren ist der Indikator für den aktuellen Monat November zurückgefallen. Der Wert von 9,6 Punkten liegt 0,2 Punkte unter dem Oktoberwert, der auf 9,8 Zähler revidiert wurde. Ökonomen hatten laut Umfragen zumeist eine Stabilisierung der Konsumlaune der Deutschen auf einem niedrigen Niveau erwartet.

Neben bekannten Risikofaktoren wie schwächere Weltkonjunktur, Handelskonflikte und Brexit-Chaos häuften sich Meldungen über den Abbau von Arbeitsplätzen - etwa in der Autoindustrie, so GfK-Experte Rolf Bürkl am Freitag.

Trüber Blick auf die Konjunktur

"Die Stimmung der Verbraucher ist durch diese Ereignisse wieder stärker getrübt und der Optimismus schwindet." Die Verbraucher schätzten die Konjunkturaussichten so negativ ein wie seit fast sieben Jahren nicht mehr. "Das Risiko, dass Deutschland in eine Rezession rutschen könnte, ist nach Einschätzung der Verbraucher zuletzt wieder größer geworden", sagte Bürkl.

Die globale Abkühlung der Konjunktur, die vor allem die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft trifft, in Verbindung mit dem Handelskonflikt, werde die deutsche Wirtschaft "nicht unbeeindruckt lassen", so der Experte.

Sparneigung bleibt aber niedrig

Die Einkommenserwartungen der 2.000 befragten Konsumenten fielen so negativ aus wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen ließ nach, ist aber nach wie vor hoch. Laut den Marktforschern profitiert die Konsumlaune zum einen von der noch guten Arbeitsmarktlage und Einkommensentwicklung sowie von einer nach wie vor sehr geringen Sparneigung. Kein Wunder, macht die Niedrigzinspolitik der EZB macht die bewusste Geldanlage wenig attraktiv und stützt damit die Ausgabefreudigkeit.

Deutschland steht laut Volkswirten derzeit vor einer Schrumpfung der Wirtschaft. Sie gehen davon aus, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im abgelaufenen Quartal erneut geschrumpft ist. Damit würde Europas größte Volkswirtschaft sich erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 wieder "technisch" in einer Rezession befinden.

AB