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Konsumklima-Index GfK: Handelsstreit verunsichert

Stand: 28.06.2018, 08:50 Uhr

Der Handelsstreit mit den USA verunsichert nicht nur die Unternehmen. Auch die deutschen Verbraucher werden vorsichtiger.

So verharrte das Konsumklima-Barometer im Juli zwar bei 10,7 Punkten, wie die Marktforscher der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Morgen zu ihrer monatlichen Umfrage unter 2.000 Verbrauchern mitteilte. Allerdings schätzen sie die Konjunkturaussichten für die deutsche Wirtschaft so schlecht ein wie seit über einem Jahr nicht mehr.

"Der Handelskonflikt zwischen der EU und den USA verschärft sich und hinterlässt deutliche Spuren bei der Verbraucherstimmung in Deutschland", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl dazu. Nach den Strafzöllen für Aluminium und Stahl droht der amerikanische Präsident auch die Importe von Autos mit einem höheren Zoll zu belegen.

Geringeres Wachstum erwartet

Das Münchner Ifo-Institut senkte auch wegen des Handelskonflikts seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von 2,6 auf 1,8 Prozent. Wegen der schwächeren Dynamik der Weltwirtschaft und der zuletzt höheren Inflation nahm die GfK ihre Prognose für das Wachstum des privaten Konsums in diesem Jahr zurück. Er dürfte nur um 1,5 Prozent zulegen, nachdem bislang von 2,0 Prozent ausgegangen wurde.

GfK-Konsumklima-Index Juli 2018: 10,7

GfK-Konsumklima-Index. | Bildquelle: GfK, picture alliance / dpa, Grafik: boerse.ARD.de

Trotz der trüberen Konjunkturaussichten schätzen die Verbraucher ihre Einkommenserwartungen besser ein. Der Optimismus ist mittlerweile so groß wie seit einem knappen Jahr nicht mehr. "Die nach wie vor exzellenten Beschäftigungsaussichten lassen offenbar derzeit negative weltwirtschaftliche Einflüsse in den Hintergrund treten", sagte Bürkl. "Zudem können sowohl die Beschäftigten wie auch die Rentner auf ansehnliche Einkommenszuwächse in diesem Jahr hoffen."

Mehr größere Anschaffungen geplant

Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen zog ebenfalls an. "Die Beschäftigung nimmt zu und die Arbeitslosigkeit geht weiter leicht zurück. Bislang ist darüber hinaus auch die Angst vor Jobverlust unter den Beschäftigten gering", erklärte Bürkl. Dies sorge für Planungssicherheit, gerade wenn es um größere Anschaffungen beziehungsweise Ausgaben gehe.

lg