Container im Hafen

Neue EY-Studie Gewinnwarnungen deutscher Konzerne nehmen zu

Stand: 16.08.2018, 14:40 Uhr

Noch ist die Konjunktur robust, aber die Warnzeichen mehren sich: Wegen der weltweiten geopolitischen Verwicklungen korrigieren immer mehr börsennotierte Firmen ihre Prognosen nach unten.

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Schlechte Nachrichten für Aktionäre im ersten Halbjahr: Trotz der robusten Konjunktur haben 42 börsennotierte Firmen ihre Geschäftserwartungen nach unten korrigiert. Dies geht aus einer Untersuchung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY hervor. Es sei der höchste Stand in einem ersten Halbjahr seit 2011, als die Analyse erstmals durchgeführt wurde. Für die Analyse betrachtete EY alle 307 Unternehmen aus dem sogenannten Prime Standard der Frankfurter Börse.

Autoindustrie ist angeschlagen

In den ersten sechs Monaten 2017 hatten nur 29 Unternehmen ihre Umsatz- oder Gewinnprognosen kassiert. Zugleich verringerte sich im ersten Halbjahr 2018 die Zahl der positiven Korrekturen, bei denen die Firmen besser abschneiden wollen als zunächst geplant, von 106 auf 42.

Eindeutig nach unten zeigt der Trend für Unternehmen aus der Autoindustrie, von denen jedes vierte im ersten Halbjahr eine Umsatz- oder Gewinnwarnung herausgab, kein einziges aber eine positive Korrektur. Umgekehrt überwogen bei Software-Unternehmen, Immobilienkonzernen und Telekommunikationsunternehmen eindeutig die positiven Korrekturen. Von den großen Dax-Unternehmen musste fast jedes fünfte seine früheren Prognosen einkassieren.

Ein Auto fährt auf einen Tornado zu

Die Autoindustrie fürchtet um die Gewinne. | Bildquelle: colourbox.de, Montage: boerse.ARD.de

Weltweite geopolitische Entwicklungen schaden

„In den letzten Monaten haben vor allem stark im internationalen Wettbewerb stehende und im Ausland engagierte Unternehmen Probleme bekommen, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen“, erläuterte EY-Experte Martin Steinbach. Diese Firmen seien besonders betroffen von weltweiten geopolitischen Entwicklungen.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China führe inzwischen zu spürbaren Einbußen für exportorientierte deutsche Unternehmen, analysierte Steinbach. Die Spirale von gegenseitigen Strafzöllen trifft deutsche Firmen, die in den Ländern produzieren und in das jeweils andere Land exportieren.

ts