Gebäude der FED in Washington

Nur kurzes Aufatmen an der Wall Street Fed zieht die Zügel nicht stärker an - vorerst

Stand: 21.02.2018, 20:57 Uhr

Die US-Notenbank hat im am Abend veröffentlichten Sitzungsprotokoll klare Signale für eine nahende Zinserhöhung gegeben. Hinweise auf eine noch stärkere geldpolitische Straffung gab es aber nicht. Die Wall Street reagierte zunächst positiv.

Die meisten Fed-Mitglieder verwiesen auf die substanzielle wirtschaftliche Dynamik. Man sei zunehmend zuversichtlich, dass die Notenbank ihr Inflationsziel von zwei Prozent erreichen werde, hieß es im Protokoll (Minutes) zur jüngsten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) vom 30. und 31. Januar. Allerdings zeigten sich nicht alle so optimistisch mit Blick auf die Inflation. Einige Mitglieder waren weiterhin besorgt, dass die Inflation schwächer ausfallen könnte als vom FOMC erwartet. Man sollte sich daher mit weiteren Leitzinsanhebungen Zeit lassen.

Graduelle Zinsanhebungen "wahrscheinlicher"

Die Mehrheit der US-Notenbanker signalisiert aber weitere Leitzinsanhebungen in naher Zukunft. Der stärkere wirtschaftliche Ausblick erhöhe die Wahrscheinlichkeit für weitere graduelle Leitzinsanhebungen, meinten die meisten Fed-Mitglieder. Wie viele in diesem Jahr nötig seien, blieb offen. Zuletzt hatte die US-Notenbank drei Zinsschritte für dieses Jahr signalisiert. Einige Notenbanker haben dabei auch die konjunkturellen Auswirkungen der von US-Präsident Donald Trump angestoßenen Steuerreform im Auge, die ihrer Ansicht nach größer als bislang gedacht ausfallen könnten.

Die Börsianer zeigten sich in einer ersten Reaktion erleichtert. "Das Protokoll ist eine Beruhigungspille für die Anleger", sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners in einer ersten Einschätzung. "Neue Hinweise auf eine schnellere Straffung gibt es nicht."

Dow kann Gewinne nicht halten

Nach der Veröffentlichung des Fed-Protokolls baute der Dow seine Kursgewinne und stieg bis auf 25.267 Punkte. Der Nasdaq 100 Index kletterte sogar auf den höchsten Stand seit fast drei Wochen. Doch knapp eine Stunde nach den Daten drehte der Dow kurz ins Minus.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.058,12
Differenz relativ
-0,03%
Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
7.350,23
Differenz relativ
-0,03%

Grund: Am US-Anleihemarkt zogen die Renditen an. Die zehnjährigen US-Teasuries stiegen auf den höchsten Stand seit vier Jahren. Der Dollar rutschte zunächst ab, bevor er sich wieder aufrappelte. Der Euro kletterte bis auf 1,2350 Dollar und fiel dann wieder unter 1,23 Dollar.

Die Spannung steigt

Die Fed hatte auf ihrer Sitzung Ende Januar die Zinsen konstant und die Tür für eine Erhöhung im März offen gelassen. Der geldpolitische Schlüsselsatz liegt derzeit in einer Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent. Im März steht eine neue Zinsprognose der Währungshüter an. Dann wird sich zeigen, ob die US-Notenbank eventuell mehr Schritte nach oben ins Auge fasst - so wie es manche Anleger erwarten.

nb