Federal Reserve Bank (FED) in der Zinsspirale

Erstmals wieder zwei vor dem Komma Fed macht den nächsten Zinsschritt

Stand: 13.06.2018, 20:06 Uhr

Die US-Notenbank hat zum siebten Mal seit 2015 den Leitzins angehoben - auf 1,75 bis 2,0 Prozent. Für den Rest des Jahres signalisierten die Währungshüter zwei weitere Zinserhöhungen.

Wie erwartet hat die US-Notenbank die Zügel gestrafft. Am Abend hob die Fed zum zweiten Mal in diesem Jahr den Leitzins an. Die neue Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent ist das höchste Niveau seit der Finanzkrise. Zuletzt hatte es vor zehn Jahren eine Zwei vor dem Komma gegeben. Die Notenbank begründete den Zinsentscheid mit der guten Lage der Konjunktur und des Arbeitsmarkts.

Noch zwei weitere Zinserhöhungen 2018

Im Laufe des Jahres dürften zwei weitere Zinserhöhungen folgen, signalisierten die Währungshüter. Sie reagierten damit auf den anhaltenden Wirtschaftsaufschwung in den Vereinigten Staaten. Für 2018 erwartet die Fed ein BIP-Wachstum von 2,8 Prozent. 2019 soll sich das Plus auf 2,4 Prozent abschwächen. 2020 wird noch ein Wachstum von 2,0 Prozent in Aussicht gestellt. Die Aussichten für den bereits auf Vollbeschäftigung zulaufenden Arbeitsmarkt werden noch günstiger eingeschätzt. Auch die Prognosen für die Inflationsentwicklung wurden für die Jahre 2018 und 2019 angehoben.

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An den Finanzmärkten war mit der heutigen Zinsanhebung fest gerechnet worden. Die Wall Street reagierte denn auch verhalten auf die Entscheidung. Der Dow trat zunächst auf der Stelle. Danach weitete er seine Verluste etwas aus. Eine halbe Stunde nach der verkündeten Zinsanhebung lag er 0,2 Prozent im Minus. "Wir gehen davon aus, dass die Fed im September und Dezember erneut an der Leitzinsschraube dreht", sagte Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW.

Dollar legt zu

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Der US-Dollar dagegen zog an. Der Euro fiel auf 1,1750 Dollar, nachdem er zuvor noch der Marke von 1,18 Dollar genähert hatte. Zeitgleich gerieten die Kurse am Markt für amerikanische Staatsanleihen unter Druck, während die Renditen im Gegenzug zulegten. Die Rendite für zehnjährige Papiere stieg auf 3,00 Prozent.

Mit der Leitzinserhöhung steigen zunächst die Kosten für Geld, das Banken sich über Nacht untereinander leihen. Doch dadurch werden tendenziell auch Kredite für Unternehmen und Verbraucher teurer. So kann die Notenbank die brummende Konjunktur bremsen und einer möglicherweise drohenden Überhitzung der Wirtschaft entgegenwirken.

Die US-Notenbank hat den Auftrag, mit ihrer Geldpolitik die Beschäftigung zu fördern und das Preisniveau stabil zu halten. Dank des US-Wirtschaftsbooms floriert der Arbeitsmarkt, so dass die Fed Spielraum hat, ihren Kurs zu straffen. Die Erwerbslosenquote lag zuletzt bei 3,8 Prozent - so niedrig wie seit 18 Jahren nicht mehr.

Inflationsdruck gestiegen

Zugleich muss die Notenbank zunehmend aufpassen, dass die Teuerung nicht aus dem Ruder läuft. Die Jahresinflationsrate erreichte im Mai mit 2,8 Prozent den höchsten Wert seit mehr als sechs Jahren. Die Fed strebt eigentlich eine Rate von zwei Prozent an. Höhere Zinsen sind ein Mittel, mit dem Preisauftrieb gedämpft werden kann.

Seit Beginn der Zinswende, die Ende 2015 begonnen hatte, wurde das amerikanische Zinsniveau bisher sieben Mal erhöht. Die Zinsschritte lagen bei jeweils 0,25 Prozentpunkten. "Die Fed hat sowohl ihr Arbeitsmarkt- als auch ihr Inflationsziel erreicht, einer weiteren Normalisierung der Geldpolitik steht nichts mehr im Wege", sagte US-Experte Bernd Weidensteiner von der Commerzbank vor dem Zinsentscheid.