Federal Reserve in Washington

Zinssitzung der US-Notenbank Fed lässt Zins unverändert

Stand: 29.04.2020, 20:46 Uhr

Zuletzt ist die US-Notenbank richtig in die Vollen gegangen - mit milliardenschweren Geldspitzen. Auf der jüngsten Zinssitzung wurden nun erwartungsgemäß keine weiteren geldpolitischen Schritte verkündet. Für die Börse ist das keine Überraschung.

Denn Experten hatten im Vorfeld genau damit gerechnet. Die US-Notenbank Fed werde am Abend (MESZ) wohl keine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik verkünden, prognostizierte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. Schließlich habe sie in den vergangenen Wochen die Zinsen deutlich gesenkt und billionenschwere Geldspritzen aufgezogen.

Bank-Chef Jerome Powell hatte jüngst versichert, die Notenbank könne die Wirtschaft so lange wie nötig über Wasser halten. Sie hat dazu unter anderem bereits ein 2,3 Billionen Dollar schweres Notprogramm aufgelegt. Powell wird in der traditionellen Pressekonferenz die Politik der Bank noch näher erläutern.

Fed steht bereit

Konkret belässt US-Notenbank ihren Leitzins unverändert bei nahe Null. Die Fed erklärte, der Leitzins werde angesichts der Krise wohl bis auf Weiteres in der Spanne von 0 bis 0,25 Prozent bleiben. Die Corona-Pandemie führe zu "einem scharfem Rückgang der Wirtschaftsleistung und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit", warnte die Zentralbank am Mittwoch nach zweitägigen Beratungen des Geldmarktausschusses.

Sie sei weiter entschlossen, ihre "volle Bandbreite an Werkzeugen" einzusetzen, um die wirtschaftlichen Folgen der Krise abzufedern. Die USA sind nach Ansicht von Experten auf dem Weg in eine tiefe Rezession: Zwischen Januar und März schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 4,8 Prozent, wie heute bekannt wurde.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
24.752,99
Differenz relativ
+1,15%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.992,80
Differenz relativ
+1,28%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,0897
Differenz relativ
-0,00%

Expertenstimmen

"Die Fed bleibt in Alarmbereitschaft und ist jederzeit bereit, ihre geldpolitischen Spritzen einzusetzen, sollten sich neue Brandherde auftun", erklärte Ökonom Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe.

ARD-Börsenstudio: Konrad Busen
Audio

ARD-Börse: Woche der Notenbanken - noch mehr Geldspritzen

Nach Ansicht von LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert dürfte die Fed die Finanzmärkte und die US-Wirtschaft auf absehbare Zeit in großem Stil mit ihren Anleihekäufen "flüssig" halten. Dies dürfte die gewaltigen fiskalpolitischen Rettungspakete der Regierung mit der Notenpresse finanzieren helfen, meint der Ökonom.

Konkretere Hinweise darauf, welche Zeiträume beziehungsweise Anleihevolumina die Währungshüter dabei ins Auge fassten, könnte spätestens die nächste Fed-Sitzung im Juni liefern.

Wall Street zeigt sich unbeeindruckt

An der New Yorker Aktienbörse sorgen die Aussagen der Bank für keine größeren Bewegungen, denn sie waren in dieser Form erwartet worden. Der Leitindex Dow bleibt mit derzeit gut 2,4 Prozent weiter kräftig im Plus.

Die Märkte setzen schon auf die Erholung der Wirtschaft nach Corona. Zudem kam heute mit einer positiv aufgenommenen Studie des Biotechunternehmens Gilead zum Wirkstoff Remdesivir zusätzlich viel Fantasie auf. Das Mittel gilt als die derzeit wohl größte medizinische Hoffnung im Kampf gegen das Virus. Der Dollar gibt aber leicht nach und wird aktuell bei 1,0884 am Tagestief gehandelt.

rm/rtr/dpa