Gebäude der US-Notenbank Fed in Washington
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Euro zieht an Fed lässt sich Zeit mit dem Ausstieg

Stand: 26.07.2017, 20:32 Uhr

Die US-Notenbank macht eine (Zins-) Pause. Nach zwei Anhebungen in diesem Jahr hält sie den Leitzins vorerst konstant. Wann die Fed nachlegen will, blieb am Abend offen. Leidtragender ist der Dollar.

Dass die Notenbank im Juli nicht erneut an der Zinsanschraube drehen wird, galt als sicher. Dass sie aber die Anleger im unklaren ließ, was sie nun in den nächsten Monaten genau vorhat, war doch etwas enttäuschend. Die Fed betonte lediglich, die konjunkturelle Entwicklung mache "schrittweise Erhöhungen" erforderlich.

Inflation genau im Blick

Man werde die weitere Entwicklung der Inflation genau beobachten und gehe davon aus, dass die Teuerungsrate in Richtung des angepeilten Zielwerts von zwei Prozent steigen, kurzfristig aber etwas darunter verbleiben werde, erklärte die Fed. Zuletzt hatte die Fed-Vorsitzende Janet Yellen die Inflation als größten Unsicherheitsfaktor mit Blick auf die künftige Geldpolitik bezeichnet. Eine schwache Inflation spricht tendenziell gegen eine straffere Geldpolitik. Jüngsten Zahlen zufolge lag die Teuerungsrate im Juni nur bei 1,6 Prozent und damit so niedrig wie seit Oktober 2016 nicht mehr.

Abbau der Fed-Bilanz beginnt bald

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Gleichzeitig betonten die Notenbanker am Mittwochabend, dass sie "relativ bald" mit dem Abbau der billionenschweren Fed-Bilanz beginnen werden. Vorerst werde man aber auslaufende Papiere weiter reinvestieren. Die Fed hatte im Kampf gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise Staatsanleihen und mit Hypotheken besicherte Wertpapiere im Volumen von rund 4,5 Billionen Dollar erworben. Die dadurch aufgeblähte Bilanz soll nun allmählich wieder abgebaut werden. Einen genauen Zeitplan nannte die Fed weiterhin nicht. Experten rechnen für September mit der Veröffentlichung eines detaillierten Plans.

Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA bewerten die Währungshüter eher positiv. Die Beschäftigung habe sich solide entwickelt und die Arbeitslosigkeit sei gesunken, hieß es am Mittwoch. Die Risiken für die Wirtschaft seien ungefähr ausgewogen.

Leitzins bleibt unverändert

Den Leitzins beließ die Fed am Mittwoch in der Spanne zwischen 1,0 und 1,25 Prozent. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, hieß es. Experten hatten damit gerechnet, nachdem die Notenbank erst Mitte Juni den geldpolitischen Schlüsselsatz erst im Juni auf das aktuell gültige Niveau gehievt hatte. Es war die vierte Erhöhung seit der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise. Zwischen Ende 2008 und Ende 2015 hatte der Zinssatz an der Nulllinie gelegen.

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Die Reaktion an den Finanzmärkten fiel verhalten aus: Der Dow verharrte im Plus und baute etwas seine Kursgewinne aus. Eine halbe Stunde nach dem Fed-Entscheid notierte der US-Blue-Chip-Index 0,5 Prozent höher. Dagegen geriet der US-Dollar unter Druck. Der Euro zog auf bis 1,17 Dollar wieder an. Vor den Fed-Beschlüssen hatte die Gemeinschaftswährung bei 1,1640 Dollar gelegen.

nb