Präsident der Federal Reserve Jerome Powell
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Sitzungsprotokoll zeigt Besorgnis Fed hält alle Optionen offen

Stand: 09.01.2019, 20:21 Uhr

Die US-Notenbank zeigt laut ihrem vergangenen Sitzungsprotokoll weiterhin Zweifel an der wirtschaftlichen Dynamik in den USA. Was das für die künftige Geldpolitik heißt, darüber darf nun heftig spekuliert werden.

An der Wall Street kam ein bisschen Aufwärtsbewegung in den Dow-Jones-Index, die im Handelsverlauf allerdings schnell verpuffte. Die Marktteilnehmer sehen offenbar nun die Chance, dass sich die Notenbank bei weiteren Zinserhöhungen mehr Zeit lassen könnte.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
27.088,39
Differenz relativ
-0,50%

So heißt es im Protokoll der letzten Sitzung des Offenmarkt-Ausschusses der Fed, es sei nun "weniger klar" in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt die Zinsen weiter angehoben werden könnten. Die "Abwärtsrisiken" in der US-Wirtschaft sind laut einigen Mitgliedern des Ausschusses gestiegen. Die Konjunktur wird also als weniger robust eingeschätzt.

Geduldiger und vorsichtiger

Die US-Notenbank Fed signalisiert damit offenbar einen vorsichtigeren geldpolitischen Kurs in der Zukunft. Nach Einschätzung vieler Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss (FOMC) könne man künftig "geduldiger" hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen sein, hieß es weiter. Die Mitglieder verwiesen auf den verhaltenen Inflationsdruck.

Auf der Sitzung vom 18. bis zum 19. Dezember hatte die Fed den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 2,25 bis 2,50 Prozent angehoben. Im Jahr 2018 hatte sie damit insgesamt vier Mal die Zinsen angehoben. Auf ihrer letzten Sitzung hatte die Fed noch zwei Leitzinsanhebungen für das Jahr 2019 signalisiert. Der Notenbankvorsitzende Jerome Powell hatte allerdings am vergangenen Freitag ein vorsichtigeres Vorgehen bei der Zinspolitik angekündigt. Er wolle die Konjunktursorgen der Finanzmärkte berücksichtigen.

AB