Federal Reserve Bank (FED) in der Zinsspirale

Was wird aus dem Dollar? Fed: Die Märkte warten auf Signale

Stand: 25.07.2017, 13:04 Uhr

Eine Zinserhöhung der Fed erwartet kaum jemand. Trotzdem könnte die Leitzinsentscheidung am Mittwoch vor allem für den Dollar ein wichtiges Datum sein – und damit auch für den Dax.

Fondsmanager Mitsushige Akino der Anlagefirma Ichiyoshi Asset Management meint in einem Kommentar zum kommenden Mittwoch, mit Spannung werde vor allem erwartet, wie der Devisenmarkt reagieren werde. Und je nachdem, in welche Richtung sich der Dollar im Anschluss bewegen wird, dürfte auch der Dax betroffen sein. Zuletzt hatte der anziehende Euro die Aktienmärkte in Europa unter Druck gesetzt. Allein in den vergangenen drei Monaten hatte sich die Gemeinschaftswährung um sieben Prozent verteuert. Das belastet natürlich Deutschlands exportabhängige Wirtschaft.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Dax

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Leitzins bleibt wohl unverändert  

Welche Erkenntnisse darf man also vom kommenden Mittwoch erwarten? Zwar rechnen Experten nicht mit einem Zinsschritt. Aber auf mögliche Hinweise zur künftigen Geldpolitik sowie dem Abbau der aufgeblähten Bilanz wartet der Markt immer.

Grinsender Donald Trump

Donald Trump. | Bildquelle: picture alliance / AP Images

Zuletzt hatten die von US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf geschürten Hoffnungen auf einen kräftigen Konjunkturschub einen Dämpfer erhalten: So dürfte etwa die Steuerentlastung für amerikanische Firmen geringer ausfallen als angekündigt. Das könnte im Ergebnis dazu führen, dass die Fed die Zinspolitik gemächlicher als gedacht strafft.

Vielleicht im Dezember?

Die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Experten gehen im Schnitt davon aus, dass der Leitzins gegen Jahresende um einen viertel Prozentpunkt auf dann 1,25 bis 1,5 Prozent steigen werde. An den Finanzmärkten wird die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im Dezember derzeit allerdings nur auf 43 Prozent geschätzt. Der Markt frage sich nun, ob es in diesem Jahr überhaupt noch zu einer Zinserhöhung kommen werde, kommentiert ein US-Analyst.

Janet Yellen, den Kopf auf die Hand gestützt, schaut nachdenklich

Janet Yellen. | Bildquelle: Imago

Die Fachleute der NordLB sehen das ähnlich: Die Tatsache, dass viele Devisenhändler nicht mehr mit einer Zinserhöhung im laufenden Jahr rechneten, könne auch dabei helfen, den zuletzt schwachen Dollar zu erklären. Aufgrund einer zuletzt recht schwachen Inflation werde die Fed im laufenden Quartal eine Pause einlegen und den Leitzins erst im Dezember dieses Jahres wieder erhöhen, schreibt Bernd Weidensteiner, Experte bei der Commerzbank. "Zunächst einmal wird die Notenbank aber wohl Belege für ein Anziehen der Inflation sehen wollen."

Ein schönes Wort: Bilanzsummenverkürzung

Aber es gibt noch ein weiteres Thema, das die Märkte aktuell beschäftigt:  "Möglicherweise wird die Fed ankündigen, wann sie mit der Operation zur Bilanzsummenverkürzung startet", schreiben Experten der Postbank. "Wir gehen aber eher davon aus, dass sie damit bis zur September-Sitzung wartet, um dann im Oktober loszulegen."

Fed-Chefin Janet Yellen hatte jüngst im US-Kongress in Aussicht gestellt, noch "dieses Jahr" mit dem Abbau zu beginnen. Die Fed hat ihr Portfolio in den Jahren nach der Weltfinanzkrise mit dem massenhaften Ankauf von Wertpapieren auf 4,5 Billionen Dollar ausgeweitet, um die Wirtschaft zu stützen.

ts