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Das sagen Experten zur Fed Fed senkt abermals den Leitzins

Bernd Krampen, Analyst NordLB

Bernd Krampen, Analyst NordLB
"Offenbar ist die Lage so prekär, dass die Federal Reserve keine drei Tage abwarten wollte. Wie schon bei der letzten außerordentlichen Zinssenkung ist der Schritt letztlich keine richtige Überraschung - höchstens das Timing. Die Notenbank ist mittlerweile voll im Krisenmodus - wie in 2008". Und weiter: "Mit diesem Paket hat sich die US-Notenbank aus der Schusslinie genommen. Sie kann auf die Regierung verweisen, die ihrerseits alles Mögliche unternehmen muss, um diese Krise zu meistern."

Das sagen Experten zur Fed Fed senkt abermals den Leitzins

Bernd Krampen, Analyst NordLB

Bernd Krampen, Analyst NordLB
"Offenbar ist die Lage so prekär, dass die Federal Reserve keine drei Tage abwarten wollte. Wie schon bei der letzten außerordentlichen Zinssenkung ist der Schritt letztlich keine richtige Überraschung - höchstens das Timing. Die Notenbank ist mittlerweile voll im Krisenmodus - wie in 2008". Und weiter: "Mit diesem Paket hat sich die US-Notenbank aus der Schusslinie genommen. Sie kann auf die Regierung verweisen, die ihrerseits alles Mögliche unternehmen muss, um diese Krise zu meistern."

 Bernd Weidensteiner, Commerzbank

Bernd Weidensteiner, Commerzbank
"Die Fed hat ihre konventionelle Munition nun verschossen. Theoretisch könnte sie den Leitzins auch in den negativen Bereich absenken, doch Fed-Chef Powell ist äußerst skeptisch hinsichtlich der Effektivität negativer Leitzinsen. Denn sie würden erhebliche Probleme für die in den USA wichtigen Geldmarktfonds nach sich ziehen. Beim Anleihekaufprogramm QE4 kann die Fed aber weiter aus dem Vollen schöpfen."

Mark Haefele, UBS

Mark Haefele, Investmentchef der Vermögensverwaltung der UBS
"Breit angelegte fiskalische Ausgaben und Zinssenkungen sind schonungslose Maßnahmen um mit den kurzfristigen ökonomischen Folgen des Virus umzugehen. Doch dies sollte Investoren eine gewisse Zuversicht geben, dass ein starkes Wachstum möglich ist, sobald die Erholung einsetzt. Wir erwarten, dass der Markt das Jahr auf einem deutlich höheren Level als zuletzt abschließen wird. Hierbei wird die chinesische Wirtschaft den Takt vorgeben und die USA und Europa ihr im dritten Quartal auf den Erholungspfad folgen."

Thomas Gitzel, Volkswirt bei der VP-Bank

Thomas Gitzel, Volkswirt bei der VP-Bank, Liechtenstein
"Das Coronavirus zwingt die US-Notenbank zu ungewöhnlichen Maßnahmen: Innerhalb von zwei Wochen senkt die Fed den Leitzins zum zweiten Mal außerhalb ihrer regulären Treffen. Das Handeln mag mit Entschlossenheit interpretiert werden. In Anbetracht einer angespannten Liquiditätssituation am Geldmarkt liegt aber auch der Verdacht nahe, dass der Schritt nicht nur aus konjunkturstützenden Gründen vollzogen wurde, sondern um auch einer Austrocknung der Geldmärkte entgegenzuwirken. Aus diesem Blickwinkel wirkt der Schritt für die Finanzmärkte nur wenig beruhigend. Auch das ungewöhnliche Timing am Sonntagabend lässt auf Nervosität der Fed schließen."

Sonal Desai, CIO Franklin Templeton

Sonal Desai, CIO, Franklin Templeton Fixed Income
"Die heute von der Fed angekündigten Maßnahmen - und die in Erwägung gezogenen steuerlichen Maßnahmen - werden den Unternehmen helfen, offen zu bleiben und die Zahl der Entlassungen zu reduzieren. Die Menschen, die dank der Fed oder der Regierung ihren Arbeitsplatz behalten oder dank der Steuerpolitik mehr Geld in der Tasche haben, werden weiterhin nicht ins Einkaufszentrum gehen, aber sie werden online einkaufen, sie werden Lebensmittel für die Hauslieferung bestellen, sie werden ihre Mobiltelefone nicht kündigen. All dies hat einen positiven Effekt auf die Ausgaben heute und in der Zeit der Ansteckung; Sobald die Ansteckung eingedämmt ist und die extreme soziale Distanzierung aufhört, hoffentlich innerhalb von vier bis sechs Wochen, wird die wirtschaftliche Erholung schneller und stärker sein, wenn mehr Unternehmen offen bleiben konnten und mehr Menschen ihre Arbeitsplätze über die schlimmste Zeit der Krise hinweg behalten haben."

Jochen Stanzl

Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst CMC Markets
"Die Tatsache, dass die Fed drei Tage vor ihrer normalen geldpolitischen Sitzung die Zinsen drastisch senkt, ein Anleihekaufprogramm beschließt und sich dafür auch mit anderen, weltweiten Zentralbanken abstimmt, lässt aufhorchen. Die hastige Reaktion führt wie schon bei der ersten Zinssenkung vor zwei Wochen nun eher zu neuer Panik unter den Anlegern als zu allem anderen. Es stellt sich die Frage, ob die Fed nicht noch hätte die drei Tage warten können oder dafür die Situation schon zu schlimm ist."

Manuel Andersch, Bayern LB

Manuel Andersch, Bayern LB
"Wenn man bedenkt, dass dies das größte Maßnahmenpaket ist, das die Fed in einer einzelnen Entscheidung jemals beschloss hat, sind die Verluste des Dollar - die sich im asiatischen Handel ohnehin schon wieder zurückgebildet haben - kaum der Rede wert. Blickt man auf die asiatischen Aktienmärkte und die Dow-Futures lässt sich bereits erahnen, dass sich die allgemeine Covidvirus-Risikoaversion an den Kapitalmärkten durch die Fed-Entscheidung nicht auflösen dürfte."