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"Liste globaler Negativrisiken wird länger" Das sagen Experten zum Ifo-Index

Dr. Klaus Borger, KfW

Dr. Klaus Borger, KfW
"Die erneut schwächeren Erwartungen sind kein Wunder, denn die Liste der globalen Negativrisiken ist binnen Monatsfrist eher noch länger geworden. Damit es bei einer Konjunkturdelle bleibt, braucht es positive Signale mehr denn je."

"Liste globaler Negativrisiken wird länger" Das sagen Experten zum Ifo-Index

Dr. Klaus Borger, KfW

Dr. Klaus Borger, KfW
"Die erneut schwächeren Erwartungen sind kein Wunder, denn die Liste der globalen Negativrisiken ist binnen Monatsfrist eher noch länger geworden. Damit es bei einer Konjunkturdelle bleibt, braucht es positive Signale mehr denn je."

Thomas Gitzel, Volkswirt bei der VP-Bank

Thomas Gitzel, Volkswirt bei der VP-Bank, Liechtenstein
"Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer kennt derzeit nur eine Richtung: bergab. Tatsächlich ist die deutsche Volkswirtschaft derzeit nicht auf Rosen gebettet. Die Handelskonflikte versalzen der exportstarken Industrie die Suppe. Darüber hinaus blicken die deutschen Unternehmenslenker auch auf den chaotisch verlaufenden Brexit. Die etwaige Nominierung von Boris Johnson zum neuen Premierminister lässt die Sorgenfalten noch tiefer werden. Zum heutigen Stand kann ein rückläufiges Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum April bis Juni nicht ausgeschlossen werden."

"Die Bauwirtschaft und der private Konsum bleiben derweil die Stützen der deutschen Wirtschaftsentwicklung. Ohne diese beiden Komponenten sähe es noch trister aus. Jetzt kommt es darauf an, dass die Beschäftigungsentwicklung nicht zu sehr unter der trägen Wirtschaftsentwicklung leidet."

Stefan Große, Nord LB

Stefan Große, NordLB
"Vor allem die Erwartungskomponente des Ifo-Geschäftsklima-Indexes zeugt von einer düstereren Stimmung der deutschen Wirtschaft. Die negative Entwicklung des wichtigsten deutschen Konjunkturindikators setzt sich fort. Angesichts dessen, dass die USA kurz vor einem Krieg mit dem Iran standen und weiter stehen, angesichts der geringen globalen Wirtschaftsdynamik und angesichts der anhaltenden Drohkulissen Handelskrieg und Brexit ist es auch wenig verwunderlich, dass die Wirtschaft nicht in Feierlaune ist. Es bleibt zu hoffen, dass sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping auf dem G20 Gipfel zu einer Annäherung durchringen können."

 Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer
"Alles in allem mehren sich die Fragezeichen hinter der Prognose der meisten Volkswirte, dass sich das Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte etwas beleben wird. Das schwache Ifo-Geschäftsklima lässt befürchten, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal allenfalls minimal zulegen wird. Für das gesamte Jahr 2019 erwarten wir weiter nur ein geringes Plus von 0,4 Prozent."

Ulrich Wortberg, Helaba

Ulrich Wortberg, Helaba
"Eine Belebung der konjunkturellen Dynamik zeichnet sich somit nicht ab. Da aber die Markterwartungen nicht enttäuscht wurden, sollten Spekulationen auf geldpolitische Lockerungsmaßnahmen seitens der Europäischen Zentralbank nicht größer werden."

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