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"Aufatmen - für den Moment" Das sagen Experten zum Ifo-Index

Jörg Zeuner, Chefökonom Union Investment

Jörg Zeuner, Union Investment
"Der Ifo bestätigt, dass das verarbeitende Gewerbe tiefer in die Rezession rutscht. Der Brexit und der Handelsstreit zwischen den USA und China hinterlassen ihre Spuren. Auch das Wachstum in den Dienstleistungssektoren dürfte erst einmal nachlassen. Aus dem Ausland ist keine Hilfe zu erwarten. Solange wir in Deutschland und Europa keine eigene Wachstumsagenda haben, fehlen die Impulse für eine Erholung. Das muss nicht so sein. Die Negativzinsen und die relativ niedrige öffentliche Verschuldung in der Eurozone insgesamt eröffnen Spielräume für die Modernisierung der europäischen Wirtschaft. Abzusehen ist das leider nicht. Bis auf Weiteres behalten externe Faktoren die Oberhand."

"Aufatmen - für den Moment" Das sagen Experten zum Ifo-Index

Jörg Zeuner, Chefökonom Union Investment

Jörg Zeuner, Union Investment
"Der Ifo bestätigt, dass das verarbeitende Gewerbe tiefer in die Rezession rutscht. Der Brexit und der Handelsstreit zwischen den USA und China hinterlassen ihre Spuren. Auch das Wachstum in den Dienstleistungssektoren dürfte erst einmal nachlassen. Aus dem Ausland ist keine Hilfe zu erwarten. Solange wir in Deutschland und Europa keine eigene Wachstumsagenda haben, fehlen die Impulse für eine Erholung. Das muss nicht so sein. Die Negativzinsen und die relativ niedrige öffentliche Verschuldung in der Eurozone insgesamt eröffnen Spielräume für die Modernisierung der europäischen Wirtschaft. Abzusehen ist das leider nicht. Bis auf Weiteres behalten externe Faktoren die Oberhand."

Alexander Krüger, Chefvolkswirt Bankhaus Lampe

Alexander Krüger, Bankhaus Lampe
"Das tiefe Niveau bleibt beängstigend, von einer Stabilisierung kann noch nicht gesprochen werden. Da die Negativ-Entwicklung nicht nur aufgrund der politischen Risiken anhält, ist die Ansteckungsgefahr für die Binnenwirtschaft weiter hoch. Eine technische Rezession erscheint zunehmend als günstige Entwicklung. Da die Zahl der Pessimisten unter den befragten Unternehmen weiter gestiegen ist, ist an eine durchgreifende Wachstumsbeschleunigung für 2020 nicht zu denken. Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiter an der Schwelle in eine echte Rezession."

Andreas Scheuerle, Deka Bank

Andreas Scheuerle, Deka Bank
"Aufatmen – für den Moment. Der freie Fall des Ifo-Geschäftsklimas ist vorerst unterbrochen. Doch ob der leichte Anstieg im September ein Ende der Abwärtsbewegung markiert, hängt von der weiteren Entwicklung der Handelsstreitigkeiten und des Brexits ab. Vorläufig haben die Deeskalation Chinas und der USA im Handelsstreit sowie das No-Hard-Brexit-Gesetz des britischen Parlaments die gefühlte Lage stabilisiert. Doch so richtig wollen die Unternehmen dem Frieden nicht trauen, denn die Geschäftserwartungen deuten weiter nach unten."

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW

Uwe Burkert, LBBW
"Man muss angesichts der Häufung der schlechten Nachrichten von der Konjunktur erleichtert sein, dass es auch mal positive Überraschungen gibt. Viel mehr als ein Silberstreif am Horizont ist das aber noch nicht. Die Grundtendenz der deutschen Konjunktur bleibt einstweilen abwärts gerichtet. Seit Monaten warten wir darauf, dass die großen internationalen Risiken verschwinden. Solange dies nicht geschieht, kann man definitiv keine Entwarnung geben."

Thomas Altmann, QC Partners

Thomas Altmann, QC Partners
"Der aktuelle Wert des Geschäftsklimaindex ist kein Grund zur Freude. Die Talfahrt ist zwar für's Erste gestoppt, ein Stimmungsumschwung ist das aber noch lange nicht."

Thomas Gitzel, Volkswirt bei der VP-Bank

Thomas Gitzel, VP-Bank
"Der gestiegene Ifo-Index ist nur auf den ersten Blick eine positive Nachricht. Die Details lehren einem nach wie vor das Fürchten. Die Handelskonflikte, der ungelöste Brexit-Prozess und die Umstellung von den Verbrennungs- auf den Elektromotor setzen der deutschen Wirtschaft massiv zu, dazu kommt die politisch heikle Situation im Nahen Osten."