Zerfließende Euromünze

Aktuelle Verbraucherpreise Energiepreise heizen Inflation an

Stand: 30.08.2018, 14:38 Uhr

Zum vierten Mal in Folge steht in Deutschland eine zwei vor dem Komma der Inflationsrate. Preistreiber sind wieder einmal die Energiepreise.

Die Inflation in Deutschland verharrt auf vergleichsweise hohem Niveau. Die durchschnittliche Teuerungsrate für Waren und Dienstleistungen blieb im August auf dem Juli-Wert von 2,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Im Juni waren die Verbraucherpreise um 2,1 Prozent gestiegen, im Mai um 2,2 Prozent.

Der europäische Preisindex HVPI stieg im August um 1,9 Prozent im Jahresvergleich, im Monatsvergleich stagnierte er. In dieser Betrachtung hatten Analysten im Jahresvergleich einen Anstieg um 2,1 Prozent erwartet. Der HVPI ist für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ausschlaggebend. Sie strebt für den gesamten Euroraum mittelfristig eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an

Verbrauchsausgaben privater Haushalte

Verbrauchsausgaben privater Haushalte. | Bildquelle: Statistisches Bundesamt, Grafik: boerse.ARD.de

Lohnzuwächse aufgezehrt

Preistreiber in Deutschland war erneut Energie, die sich mit 6,9 Prozent stärker verteuerte als zuletzt. Der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln schwächte sich leicht ab auf 2,5 Prozent. Bei Dienstleistungen lag das Plus bei 1,4 Prozent, während Mieten um 1,6 Prozent zulegten.

Die hohe Inflation hatte im zweiten Quartal die Lohnzuwächse der Tarifbeschäftigten komplett aufgezehrt. Die Verdienste legten zwischen April und Juni um durchschnittlich 2,0 Prozent zu - die Verbraucherpreise ebenfalls. Experten rechnen aber damit, dass die Reallöhne 2018 das siebte Jahr in Folge zulegen dürften.

rtr/dpa