Mario Draghi auf der EZB-Pressekonferenz am 8. 9. 2016 in Frankfurt
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Ende der Geldflut in Vorbereitung Draghi tastet sich ganz vorsichtig heran

Stand: 08.03.2018, 14:59 Uhr

Wie erwartet hat die EZB ihre Sprachregelung leicht geändert und den sogenannten "Easing Bias" fallen gelassen. Damit bereitet sie die Märkte ganz zögerlich auf Ende der Geldflut vor.

Tatsächlich verzichtet die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrer heutigen Mitteilung auf die zuletzt übliche Formulierung, dass die Notenbank ihre milliardenschweren Anleihenkäufe ausweiten könnte, sollten sich die Rahmenbedingungen verschlechtern.

Volkswirte werten das als Signal zur Vorbereitung der Finanzmärkte auf ein Ende der Geldflut. Den Leitzins im Euroraum beließ der EZB-Rat wie erwartet auf dem Rekordtief von null Prozent. Zudem müssen Geschäftsbanken, die Geld bei der Notenbank parken, dafür weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen.

Wird das Kaufprogramm zurückgefahren?

Im Oktober hatte die EZB ihr gewaltiges Kaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen bis mindestens Ende September 2018 verlängert, das monatliche Volumen von Januar an aber auf 30 Milliarden Euro halbiert. Nun setzt setzt sich die Erwartung durch, dass die EZB bis zum Jahresende schrittweise das Anleihenkaufprogramm ("Quantitative Easing"/QE) zurückfahren wird.

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Mit signifikant steigenden Zinsen sollten Sparer allerdings frühestens 2019 rechnen, denn die Inflationsrate im Euroraum verharrt mit zuletzt 1,2 Prozent deutlich unter dem von der Notenbank angestrebten Wert von zwei Prozent. Erschwert werden könnte die Rückkehr zu geldpolitischer Normalität durch die jüngsten Drohungen von Donald Trump, Strafzölle für Importe von ausländischem Stahl und Aluminium einzuführen, womit ein weltweiter Handelskonflikt droht. Und Draghis Heimatland Italien steht nach dem Sieg europakritischer Kräfte bei der Parlamentswahl eine schwierige Regierungsbildung bevor.

lg