Ifo Geschäftsklimaindex September 2020

Ifo-Geschäftsklima steigt weiter Deutsche Unternehmen optimistischer trotz Corona

Stand: 24.09.2020, 10:33 Uhr

In den Chefetagen deutscher Unternehmen hellt sich die Stimmung weiter auf. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg den fünften Monat in Folge. Die zunehmenden Corona-Neuinfektionen sehen die Manager offenbar noch gelassen.

Keine Angst vor einer zweiten Corona-Welle und verschärften Restriktionen: Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im September auf 93,4 Punkte von 92,5 Zählern im Vormonat und damit das fünfte Mal in Folge. Ökonomen hatten mit 93,8 Punkten gerechnet. "Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich trotz steigender Infektionszahlen", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Lage und Erwartungen werden auch positiver eingeschätzt

Die Manager beurteilten ihre aktuelle Situation abermals positiver und erwarteten eine weitere Erholung ihrer Geschäfte. Der Lageindex stieg auf 89,2 Punkte. Die Erwartungskomponente legte auf 97,7 Zähler zu, blieb damit aber leicht hinter den Prognosen der Experten zurück.

Die deutsche Wirtschaft war im Frühjahr wegen der Corona-Krise in Rekordtempo um 9,7 Prozent eingebrochen. Ökonomen und Bundesregierung erwarten für das zu Ende gehende Sommer-Quartal ein kräftiges Wachstum, das Ifo-Institut etwa rechnet mit einem Plus von 6,6 Prozent. Dennoch dürfte es im Gesamtjahr 2020 eine kräftige Rezession mit einem Wirtschaftseinbruch von fünf bis sechs Prozent geben. Zudem sorgt der Anstieg der Corona-Fälle in Deutschland und bei wichtigen Handelspartnern für Unsicherheit in der Wirtschaft.

Dax gibt weiter nach

Die erneute Aufhellung des Ifo-Geschäftsklimas konnte den Aktienmarkt zunächst nicht nachhaltig stützen. Der Dax verharrte weiter in der Minuszone. Der Euro behauptete sich bei 1,1660 Dollar. Das Geschäftsklima gilt als wichtigster Frühindikator für die deutsche Konjunktur.

Dax

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Stimmen zum gestiegenen Ifo-Index "Schwung der Erholung nimmt ab!"

Jörg Angelé, Bantleon-Bank

Jörg Angelé, Bantleon-Bank:
"Der Ifo-Index hat noch einiges an Aufwärtspotenzial. Insbesondere die Beurteilung der aktuellen Geschäftstätigkeit hat noch ein gutes Stück Luft nach oben. Im verarbeitenden Gewerbe dürfte sich dies relativ unabhängig vom Fortgang der Pandemie materialisieren. Die Industrie profitiert derzeit von der sich normalisierenden Auslandsnachfrage. Hier würde lediglich ein zweiter 'harter' Lockdown zur Gefahr werden. Deutlich fragiler ist dagegen die Situation im Dienstleistungsbereich. Die neuerlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wie de facto Reisebeschränkungen treffen insbesondere die Branchen, die sich bisher kaum erholt haben (Personenluftverkehr, Beherbergungen, Gastronomie, Tourismus, Kunst und Kultur). Sollte es nicht gelingen, die Ausbreitung des Virus mit den bisher getroffenen Restriktionen zurückzudrängen, dürfte sich die Situation weiter zuspitzen. Eine solche Entwicklung würde die konjunkturelle Erholung und damit den ifo-Index merklich bremsen."