GfK-Konsumklimaindex September 2019, 9,9 Punkte

GfK-Konsumklimaindex Lieber Geld ausgeben als sparen

Stand: 26.09.2019, 08:25 Uhr

Wegen der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sitzt auch bei den Verbrauchern das Geld locker. Die Kauflaune steigt erstmals seit Februar wieder, während die Sparneigung auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren fällt.

Die Bundesbürger lassen sich von der abzeichnenden Rezession nicht die Kauflaune verdrießen. Im Gegenteil. Die Anschaffungsneigung der Verbraucher hat im September zugenommen. Sie wollen mehr Geld für größere Anschaffungen wie zum Beispiel Möbel ausgeben.

Konsumlust steigt erstmals seit Februar wieder

Das vom Marktforschungsinstitut GfK ermittelte Konsumklima stieg überraschend – um 0,2 auf 9,9 Punkte. Ökonomen hatten lediglich mit einer Stagnation gerechnet. In den letzten Monaten war der Index kontinuierlich zurückgegangen.

Gleichzeitig sank die Sparneigung auf das niedrigste Niveau seit April 2016. Grund ist der Beschluss der EZB, den Einlagenzins für Banken von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent zu verschärfen. Die Verbraucher fürchten, Geschäftsbanken könnten künftig auch für Privatanleger einen Strafzins erheben.

Keine Angst vor der Rezession?

Die Verbraucher schätzten die Konjunkturaussichten etwas positiver ein – trotz der nahenden Rezession. Ihre Einkommenserwartungen schraubten sie allerdings zurück.

Eine Frau mit mehreren Einkaufstüten

Shopping. | Bildquelle: picture alliance / dpa

"Die Voraussetzungen bleiben bestehen, dass die Binnennachfrage trotz der schwächelnden Weltkonjunktur eine wesentliche Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland bleiben kann", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl am Donnerstag. Er warnte: "Wenn der Arbeitsmarkt nicht stabil bleiben und ein spürbarer Anstieg der Arbeitslosigkeit drohen sollte, würde das auch der Konsumkonjunktur einen deutlichen Dämpfer verpassen."

Ökonomen wie die Experten des Münchner Ifo-Instituts gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im zu Ende gehenden dritten Quartal erneut schrumpft. Damit würde Europas größte Volkswirtschaft erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 in einer Rezession stecken.

nb