GfK-Konsumklima-Index Januar 2020

GfK-Konsumklimaindex bleibt hoch Lieber konsumieren als sparen

Stand: 20.12.2019, 08:56 Uhr

Die Diskussion um Negativzinsen auf Bankkonten treibt die Konsumlust der Deutschen an. Auch im neuen Jahr bleiben die Verbraucher in Kauflaune. Die Sparneigung ist laut dem GfK-Barometer auf ein Allzeit-Tief gefallen.

"Das Sparen als Alternative zum Konsum ist derzeit wenig attraktiv, zumal nun auch Privatanleger befürchten müssen, Strafzinsen für ihre Geldanlagen bei den Banken zahlen zu müssen", erklärte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Die Neigung der Verbraucher zu größeren Anschaffungen steige daher. Für den Handel "sind das im Jahresendspurt sicherlich gute Nachrichten", meinte Bürkl.

Sparneigung auf historischem Tief

Die Diskussion um die Negativzinsen hat die Sparneigung der deutschen Verbraucher auf minus 74 Punkte gedrückt. Das ist der niedrigste Stand, den die Marktforscher der GfK je ermittelt haben.

Insgesamt hat sich die Konsumlaune in Deutschland etwas eingetrübt, bleibt aber auf hohem Niveau. Das nach einer Umfrage unter 2.000 Verbrauchern ermittelte Konsumklima-Barometer für Januar sank leicht um 0,1 auf 9,6 Punkte. "Die Verbraucher lassen sich ihre Kauflaune bislang nicht verderben", sagte GfK-Experte Bürkl am Freitag.

Konjunktur- und Einkommensaussichten trüben sich ein

Die Konsumenten beurteilen die Konjunkturaussichten etwas schlechter als zuletzt. Die Konjunkturerwartungen gaben nach. "Bei den Verbrauchern hat sich zuletzt offenbar der Eindruck verstärkt, dass sich die deutsche Konjunktur spürbar abschwächen wird", erklärte die GfK. Handelskonflikte und schwächere Weltkonjunktur hingen "wie ein Damoklesschwert über der Exportnation Deutschland". Das dürfte die Angst vor Jobverlust in den exportorientierten Industrien und bei deren Zulieferern steigen lassen.

Bei den Einkommenserwartungen sind die Deutschen noch skeptischer. Mit 35,0 Punkten liegen sie auf dem niedrigsten Niveau seit über sechs Jahren. "Meldungen über personelle Anpassungen in einigen Industriebereichen wie der Automobilindustrie und deren Zulieferern lassen den Einkommensoptimismus schwinden", erklärte die GfK.

nb