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Chinas Außenhandel unerwartet stark Das dürfte Trump aber nicht gerne hören

Stand: 12.10.2018, 08:51 Uhr

Die von Präsident Trump gegen China verhängten Strafzölle scheinen ihre Wirkung völlig zu verfehlen, zumindest bis jetzt. So hat China entgegen allen Erwartungen im September einen Handelsüberschuss auf Rekordniveau erzielt.

Wie der Zoll am Freitag in Peking mitteilte, legten die chinesischen Ausfuhren in Dollar berechnet um 14,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu und damit deutlich stärker als von Analysten erwartet worden war. Die Importe stiegen zugleich um 14,3 Prozent und damit etwas weniger stark als vorhergesagt.

Die Importe wuchsen dank starker heimischer Nachfrage um 14,3 Prozent. Der Handelsüberschuss mit den USA erreichte im September sogar einen neuen Rekord von 34 Milliarden Dollar. Seit Jahresbeginn summiert sich der Überschuss auf 225,79 Milliarden Dollar - vor einem Jahr waren es noch 196,01 Milliarden Dollar.

Zahlen verärgern

Leere Verladedocks am Ningbo Beilun Hafen, Zhejiang, China

Flaute für Chinas Außenhandel. | Bildquelle: EPA - picture alliance / dpa

Die USA sind nach der Europäischen Union der zweitgrößte Handelspartner Chinas. Seit Jahresbeginn wuchsen die chinesischen Ausfuhren insgesamt um 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, während die Einfuhren um 20 Prozent zulegten.

Erst im August hatte Chinas Handelsüberschuss mit den USA einen vorläufigen Höchstwert von rund 31 Milliarden Dollar erreicht. Die neuen Zahlen dürften Präsident Donald Trump verärgern: Er sieht das Handelsdefizit seines Landes mit China als Ausdruck einer unfairen Handelsbeziehung.

"Ich kann noch viel mehr machen"

Chinesische Arbeiter auf einer Baustelle in Qingdao

Chinesische Arbeiter. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Trump hat deshalb Zölle auf chinesische Importe im Wert von 250 Milliarden Dollar sowie auf Stahl und Aluminium aus dem Ausland verhängt. China antwortete mit Zöllen auf US-Waren im Wert von 110 Milliarden Dollar. Das hat dazu geführt, dass Waren für Amerikaner teurer geworden sind.

Trotzdem gießt Trump mit neuen Drohungen Öl ins Feuer. Seine Wirtschafts- und Handelspolitik habe die chinesische Volkswirtschaft bereits getroffen, sagte der Präsident gestern dem Sender "Fox News". "Ich kann noch viel mehr machen", fügte er hinzu. Die Chinesen hätten zu lange zu gut gelebt. Trump will mit den Maßnahmen den betroffenen Staaten Zugeständnisse in der Handelspolitik abringen. Er argumentiert, dass dadurch mehr Arbeitsplätze in den USA entstünden.

Moderatere Töne von Mnuchin

Chinesischer Bankangestellter hinter Geldstapeln zählt Yüan-Scheine

Chinesischer Bankangestellter zählt Yuan-Scheine. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Moderatere Töne kommen derweil von Finanzminister Steve Mnuchin. Er stuft China nicht als Währungsmanipulator ein. In einem internen Bericht seines Ministeriums seien keine derartigen Vorwürfe enthalten, berichten Politico und Bloomberg unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen.

China bleibe aber auf einer Beobachtungsliste. Es sei möglich, dass Mnuchin die Endfassung des Berichts noch ändere, der am Montag vorgelegt werden soll. Ein Sprecher des Finanzministeriums war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Während seines Wahlkampfes hatte Trump versprochen, China offiziell der Wechselkursmanipulation zu bezichtigen. Ein derartiger Schritt würde besondere Verhandlungen auslösen und könnte zu Strafzöllen und anderen Sanktionen führen.

lg/rtr/dpa