GfK-Konsumklima-Index März 2020 - 9,9
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Rückgang des GfK-Konsumklimaindex Coronavirus dämpft Konsumlust

Stand: 20.02.2020, 09:02 Uhr

Die gute Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich etwas eingetrübt. Erstmals seit November sank der monatlich ermittelte Konsumklimaindex leicht. Schuld daran ist die Ausbreitung des Coronavirus.

Die Bundesbürger sind nicht mehr ganz so optimistisch wie noch vor einem Monat. In seinem monatlich ermittelten Konsumklimaindex prognostiziert der Nürnberger Marktforscher GfK für März einen Rückgang um 0,1 Punkte auf 9,8 Punkte. Im Vormonat war der Wert um 0,2 Zähler gestiegen.

Sorge vor zunehmender Kurzarbeit

"Die Ausbreitung des Coronavirus hat sicherlich dazu beigetragen, dass Verunsicherung unter den Verbrauchern aufkommt", begründete GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl die am Donnerstagmorgen veröffentlichten Daten. Ein durch das Virus ausgelöster Produktionsrückgang beziehungsweise Fertigungs-Stopp bei Unternehmen in China könne dazu führen, dass auch die Produktion in Deutschland beeinträchtigt werde oder ganz zum Stillstand komme: "Die Folge wäre Kurzarbeit bis hin zu möglichen Personalanpassungen. Und dies wäre für die Konsumstimmung wenig förderlich", sagte der GfK-Experte. Wegen der konjunkturellen Abkühlung erhielten im November bereits 96.000 Beschäftigte bundesweit Kurzarbeitergeld.

Trotz der durch den Handelsstreit zwischen den USA und China und dem Coronavirus verursachten konjunkturellen Schwächephasen seien aber die Signale vom deutschen Arbeitsmarkt bislang noch ermutigend, was die Konsumstimmung insgesamt stabilisiere, erklärte GfK-Experte Bürkl. Aufgrund der stabilen Beschäftigungslage könnten die Arbeitnehmer auch in diesem Jahr mit Einkommenszuwächsen rechnen, auch wenn diese nicht mehr so hoch ausfielen wie zuletzt. Die Rentner könnten ebenfalls auf eine ansehnliche Erhöhung ihrer Bezüge hoffen.

Konjunkturerwartungen gestiegen

Die Konjunkturaussichten bewerten die deutschen Verbraucher indes wieder etwas optimistischer. Das Konjunkturerwartungs-Barometer verbesserte sich leicht und lag mit 1,2 Punkten nach seinem "Tief vom Herbst letzten Jahres" wieder im positiven Bereich.

Die Neigung der Bürger zur Anschaffung teurer Güter wie etwa Möbel oder Autos hat laut GfK leicht abgenommen: Für Februar ermittelten die Nürnberger Konsumforscher einen Rückgang des entsprechenden Barometers um 1,9 auf 53,6 Punkte. "Bislang zeigt sich die Konsumneigung aber noch unbeeindruckt von konjunkturellem Gegenwind, Handelsstreit und Coronavirus", sagte GfK-Experte Bürkl. Eine weitere Eskalation dieser Krisenherde birge jedoch die Gefahr, dass der Höhenflug der Konsumstimmung ein Ende finde.

Konsum hält die deutsche Wirtschaft in Schwung

Der private Konsum bleibt eine wichtige Konjunkturstütze in Deutschland. Die GfK hält ihre Prognose aufrecht, wonach der private Konsum in diesem Jahr um ein Prozent zunehmen wird. Beim Wirtschaftswachstum in Deutschland gehen die Nürnberger Marktforscher ebenfalls von einer Zunahme um 1,0 Prozent im laufenden Jahr aus. 2019 wuchs die Wirtschaftsleistung in der Bundesrepublik um 0,6 Prozent.

nb