Anleger an der Börse in Nanjing, China

Wirtschaft bricht ein Rekord-Minus in China

Stand: 17.04.2020, 09:03 Uhr

Die chinesische Wirtschaft ist im ersten Quartal heftig unter die Räder gekommen. So schlecht lief es noch nie seit Beginn der offiziellen Aufzeichnungen.

Seit dem Jahr 1992 ermittelt die chinesische Statistikbehörde wie sich die heimische Wirtschaft in jedem Quartal entwickelt. Und seit diesem Zeitpunkt konnten die Statistiker jeweils nur über Wachstumsraten im positiven Bereich berichten. Selbst bei der schweren weltweite Wirtschaftskrise vor gut einem Jahrzehnt hatte es keine negativen Werte gegeben.

Doch nicht so im ersten Quartal des laufenden Jahres: Von Januar bis März sank die Wirtschaftsleistung um 6,8 Prozent. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Minus von 6,5 Prozent gerechnet.

Separate Daten für den Monat März fielen unterschiedlich aus. Die Industrieproduktion fiel im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,1 Prozent und damit nicht so stark wie von Analysten befürchtet. Sie hatten mit einem Minus von 7,3 Prozent gerechnet. Allerdings brachen die Einzelhandelsumsätze um 15,8 Prozent ein. Hier hatten Analysten mit einem Minus von zehn Prozent gerechnet.

Zuletzt schwächer im Jahr 1976

Ökonomen erwarten für dieses Jahr das schwächste Wachstum der chinesischen Wirtschaft seit dem Ende der Kulturrevolution 1976. Damals war die Wirtschaft sogar im gesamten Jahr geschrumpft.

Das Statistikbüro geht allerdings davon aus, dass das langfristige Wachstum nicht von den kurzfristigen Auswirkungen der Corona-Krise beeinträchtigt wird. Der Ausbruch des Virus sei zwar die schwierigste Notsituation seit der Gründung der Volksrepublik, aber die wirtschaftlichen Fundamente seien intakt, sagte ein Sprecher.

Die Volksrepublik hatte wegen der Epidemie das öffentliche Leben massiv eingeschränkt, wobei viele Unternehmen nicht mehr arbeiten konnten. Mit dem Rückgang der Infektionszahlen wurden diese Beschränkungen wieder gelockert.

ME/dpa/rtr