Handelskonflikt zwischen USA und China

Hoffnung auf Teilkommen Warum China einen Handelsdeal gut brauchen könnte

Stand: 14.10.2019, 07:41 Uhr

Das große Interesse Chinas an einer Beilegung des Zollstreits lässt sich auch an frischen Konjunkturdaten ablesen. Im September brachen Chinas Exporte in die USA regelrecht ein. Eine Einigung mit den USA käme zum rechten Zeitpunkt.

Wegen der gegenseitig verhängten Strafzölle und der schlechten Stimmung zwischen beiden Staaten sackten Chinas Exporte in die USA im September um 21,9 Prozent ab. Die Importe brachen um 15,2 Prozent ein. Auch insgesamt hat sich Chinas Außenhandel schwächer entwickelt als erwartet. Die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft fielen im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent auf 218,1 Milliarden US-Dollar .Die Importe gingen um 8,5 Prozent auf 178,5 Milliarden US-Dollar zurück. Beide Werte lagen unter den Erwartungen von Analysten.

Die schwache Entwicklung des Außenhandels dürfte sowohl auf Gründe außerhalb wie innerhalb Chinas zurückgehen. Einerseits belastet der Handelskrieg mit den USA das Geschäft schwer. Auf der anderen Seite sind die schwachen Einfuhren Chinas ein Spiegelbild der sich abschwächenden Binnennachfrage und einer langsamer wachsenden chinesischen Wirtschaft.

Donald Trump (l) und Xi Jinping

USA und China. | Bildquelle: imago images / VCG

Ein Hoffnungsschimmer?

Experten befürchten, dass der Handelsstreit der beiden weltgrößten Volkswirtschaften die Weltwirtschaft in eine Rezession reißen könnte. Deshalb reagierten die Finanzmärkte am vergangenen Freitag mit deutlichen Aufschlägen als US-Präsident Donald Trump eine Einigung auf ein Teilabkommen mit China verkündete.

Diese "Phase eins" eines umfassenderen Abkommens beinhalte unter anderem die Themen Schutz geistigen Eigentums, Finanzdienstleistungen, Währungsfragen und Agrarprodukte. Die restlichen Streitpunkte sollten dann in einer zweiten und womöglich dritten Phase geklärt werden.

Erst mal keine neuen Zölle

Die USA wollen auf die für Dienstag angekündigte Anhebung von Strafzöllen von 25 auf 30 Prozent für chinesische Importe im Wert von 250 Milliarden US-Dollar verzichten, wie Finanzminister Steven Mnuchin sagte. Über geplante zusätzliche Strafzölle von 15 Prozent auf Konsumgüter im Wert von rund 160 Milliarden US-Dollar Mitte Dezember gebe es noch keine Entscheidung, sagte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer.

Trump äußerte seine Hoffnung, dass das Teilabkommen in den nächsten drei bis fünf Wochen finalisiert werden könne.

ts/dpa-AFX