Gebäude der Deutschen Bundesbank in Frankfurt

Monatsbericht Bundesbank warnt vor Folgen des Coronavirus

Stand: 17.02.2020, 12:43 Uhr

Die Bundesbank sieht in der Coronavirus-Epidemie in China eine neue Gefahr für die ohnehin schwächelnde deutsche Wirtschaft. Die gute Nachricht: Der Rückgang dürfte nur vorübergehend sein.

"Konjunkturrisiken bestehen im Hinblick auf den Coronavirus- Ausbruch in der Volksrepublik China", warnt die Bundesbank in ihrem heute veröffentlichten Monatsbericht. "So dürfte dort ein vorübergehender Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage die deutsche Exportaktivität dämpfen." Zudem könnten globale Wertschöpfungsketten durch die Sicherheitsvorkehrungen beeinträchtigt werden. "Lieferengpässe in einzelnen Branchen hierzulande wären die Folge", betonte die Bundesbank.

Zügige Normalisierung?

Die Autoren des Monatsberichts verwiesen darauf, dass im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus das öffentliche Leben in China seit Mitte Januar weitgehend lahmgelegt worden sei. Das drücke im laufenden Quartal die Konjunktur beim wichtigsten deutschen Handelspartner. "Die Wachstumseinbußen könnten spürbar höher ausfallen als während der SARS-Epidemie von 2002/2003, bei der die Zahl der Infizierten deutlich kleiner war und die Behörden weniger rigoros reagiert hatten", schrieb die Bundesbank.

"Gleichwohl sollte auch für die aktuelle Krankheitswelle gelten, dass sich nach ihrer Eindämmung die Wirtschaftstätigkeit wieder zügig normalisieren wird." Die Finanzmärkte seien derzeit von "Sorgen über mögliche Folgen des Coronavirus geprägt".

Viele negative Faktoren

Insofern kommt das Virus für Deutschlands Konjunktur zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt, denn die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr wegen schwacher Weltkonjunktur, Handelskonflikten und Brexit-Chaos mit 0,6 Prozent so langsam gewachsen wie seit 2013 nicht mehr.

Im vierten Quartal 2019 kam es sogar zu einer Stagnation. "Mit der Hoffnung auf Erholung müssen wir uns wenigstens noch bis zum Frühling gedulden", warnte deshalb die Chefvolkswirtin der Förderbank KfW, Fritzi Köhler-Geib. Für dieses Jahr geht die Bundesbank bislang von einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,0 Prozent aus.

ts/rtr