Einkaufstag Black Friday

Heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts Black Friday verliert an Bedeutung

Stand: 01.12.2019, 13:34 Uhr

In den USA wurde am Freitag die heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts eingeläutet. Doch der "Black Friday" verliert im traditionellen Handel zunehmend an Bedeutung - sehr zur Freude des Onlinehandels.

Bilder von hysterischen Verbraucherhorden, die in Kaufhäuser einfallen und sich um Schnäppchen balgen, werden von Jahr zu Jahr seltener. Nicht nur in den USA, sondern längst auch in Europa.

Diese Entwicklung ist eine Folge des veränderten Einkaufsverhaltens. Neben dem Siegeszug des Onlinehandels macht sich sich auch eine Entzerrung des Weihnachtsgeschäfts auf mehr Tage und verschiedene Shoppingkanäle bemerkbar. Der Ausgabenfreude der Kunden ist das nicht abträglich. Im Gegenteil: Der US-Einzelhandelsverband NRF erwartet einen überdurchschnittlichen Anstieg des Jahresendumsatzes.

Kunden werden immer findiger

Black Friday in Cardiff

Black Friday in Cardiff. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Experten zufolge wird es für die Kunden zunehmend wichtiger, sich die begehrten Produkte möglichst günstig zu sichern, während der Ort des Erwerbs an Bedeutung verliert. "Es geht eher darum, dass der Verbraucher die Anschaffung tätigt und den Marken treu bleibt, als darum, wo er es macht", erläuterte Brian Field von der Beratungsfirma ShopperTrak.

Die Kunden auf Schnäppchenjagd werden immer findiger und flexibler. "Ich werde ins Einkaufszentrum gehen, mir die Preise anschauen und dann nach Hause gehen und prüfen, was es online kostet", sagte etwa der 76-jährige Dick Doyle, der sich in einem Geschäft der Sportartikelkette Modell's Sporting Goods befand.

Weniger Kunden an Black Friday

Die heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts wird in der weltgrößten Volkswirtschaft traditionell am Freitag nach dem Erntedank-Feiertag (Thanksgiving) eingeläutet. Doch der Black Friday büßt als wichtigster Shopping-Tag des Jahres allmählich an Gewicht ein. In diesem Jahr fiel er auf ein späteres Datum als im vergangenen Jahr. Das hat zur Folge, dass es im Zeitraum ab Black Friday sechs Einkaufstage weniger bis Weihnachten gibt. Daher wurden viele Besorgungen vorgezogen.

Zahlreiche Geschäfte öffnen ihre Tore bereits am Thanksgiving-Abend und locken damit vermehrt Käufer an. Nach ShopperTrak-Erhebungen kamen diesmal 2,3 Prozent mehr Kauflustige in die Filialen. Am folgenden Black Friday waren es dagegen 6,2 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Zwar steigerte sich das Publikumsinteresse im Tagesverlauf nach schleppendem Start allmählich. Aber das früher übliche Gedränge von Massen im Kaufrausch war nirgendwo zu beobachten. "Wir haben nicht erwartet, wie lahm das Geschäft laufen würde", sagte Mariah Berry, Lehrlingsausbilderin bei der Modekette Chicago Uniqlo.

Nach Halloween geht's los

Zudem starten die Einzelhändler ihre Rabattaktionen immer früher. "Viele Händler beginnen damit, sobald Halloween vorbei ist. Hinzu kommt der Boom des Onlinehandels. Branchengrößen wie Walmart, Target, Costco und Best Buy haben ihre Internetpräsenz und ihre Liefermöglichkeiten mit Milliardeninvestitionen ausgebaut.

Nach Schätzung der Firma Adobe Analytics, die Einkäufe bei 80 der führenden 100 US-Internethändler erfasst, schossen die Erlöse am Black Friday um 19,6 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar in die Höhe. Tags zuvor an Thanksgiving gab es demnach ein Plus im Onlinehandel von 14,5 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar.

Ein aufsteigender Vertriebsweg sind auch Mixangebote, wonach die Ware zwar online bestellt, aber im Laden abgeholt wird. Der Umsatzentwicklung schaden die neuen Trends nicht. Der Branchenverband NRF erwartet für das Weihnachtsgeschäft in den Monaten November und Dezember einen Anstieg der Erlöse um bis zu 4,2 Prozent auf 730,7 Milliarden Dollar. In den vergangenen fünf Jahren lagen die Zuwächse im Schnitt lediglich bei 3,7 Prozent.

lg/rtr

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