USA-China

US-Handelsdefizit mit China wächst Ausgerechnet jetzt

Stand: 13.04.2018, 08:59 Uhr

Donald Trump ist das hohe Handelsbilanzdefizit mit China ein Dorn im Auge. Daher seine Ankündigung von Strafzöllen auf Importe. Nun wird bekannt, dass das US-Defizit mit China erneut gestiegen ist. Doch auch für die Chinesen ist nicht alles rosig.

Wie die chinesische Zollverwaltung mitteilt, nahm das Handelsdefizit der USA im ersten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres um rund 19,4 Prozent auf 58,2 Milliarden Dollar zu. Die Vereinigten Staaten führen damit erneut viel mehr Waren aus China ein, als sie dorthin exportieren. Den Zahlen zufolge legten Chinas Ausfuhren in die USA im ersten Quartal um knapp 15 Prozent auf 99,9 Milliarden Dollar zu, während die Einfuhren lediglich um neun Prozent auf knapp 42 Milliarden Dollar zulegten.

Dabei hat Donald Trump genau diesem Ungleichgewicht den Kampf angesagt. Er will erreichen, dass die Handelsbilanz ausgeglichener ausfällt und hat deshalb Strafzölle im Umfang von bis zu 150 Milliarden Dollar gegen die Volksrepublik angekündigt. Dem "Wall Street Journal" zufolge plant die Trump, den Druck auf den wichtigen Handelspartner deshalb nochmals zu erhöhen.

Auch Signale der Entspannung

Doch es gibt auch Signale der Entspannung: So kündigte Chinas Zentralbankchef Yi Gang an, die Finanzmärkte der Volksrepublik künftig stärker für ausländische Investoren öffnen zu wollen. Auch Trump scheint zu Verhandlungen bereit zu sein, nachdem er zunächst mit Provokationen vorgeprescht war. "Wir werden gemeinsam große Fortschritte erzielen", hatte er am Dienstag auf Twitter geschrieben.

US-Präsident Donald Trump (r.) und der chinesische Präsident Xi Jinping

US-Präsident Donald Trump (r.) und der chinesische Präsident Xi Jinping. | Bildquelle: picture alliance / MAXPPP

Zudem zeigt ein Blick in die Statistik, dass sich die Handelsbeziehungen im März in die von Trump gewünschte Richtung bewegten. So musste China einen Einbruch bei seinen Exporten hinnehmen. Die Ausfuhren der Volksrepublik fielen nach Angaben des Zolls im März binnen Jahresfrist um 2,7 Prozent nach einem heftigen Anstieg um 44,5 Prozent im Vormonat. Experten hatten einen Anstieg um zehn Prozent erwartet. Die Einfuhren nach China legten dagegen um 14,4 Prozent zu.

Dadurch entstand ein Handelsdefizit Chinas von 4,98 Milliarden Dollar. Experten zufolge sind die Märzdaten allerdings durch das ungewöhnlich hohe Plus im Februar verzerrt. Von einer Trendwende hin zu ausgeglicheneren Beziehungen könne nicht die Rede sein.

Lieferketten verzerren die Statistik

Ökonomen verweisen darauf, dass das Defizit zu einem großen Teil mit den Lieferketten zu erklären ist. So kauft Apple Teile für seine iPhones in asiatischen Staaten ein und schickt sie nach China, wo sie zu Telefonen zusammengebaut werden.

Werden die fertigen Geräte dann zum Verkauf in die USA geschickt, gehen sie mit dem Gesamtpreis in Chinas Exportstatistik ein, obwohl dort nur ein Bruchteil der Wertschöpfung stattgefunden hat. China wirft den USA umgekehrt vor, keine wettbewerbsfähigen Produkte mehr im eigenen Land herzustellen, weshalb ein Defizit im Handel nicht zu vermeiden sei. China sei zudem ein Herstellerland, während die USA eine Verbrauchernation seien.

lg