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Kapitalmarktausblick Deutsche Bank sieht leichte Erholung der Weltkonjunktur

Stand: 25.11.2019, 09:09 Uhr

Die Deutsche Bank erwartet für das kommende Jahr eine leichte Erholung der Weltkonjunktur. Der Dax soll am Ende bei 14.000 Punkten notieren - ein Anstieg um 5,7 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs. Der Aufwärtstrend der vergangenen Wochen würde somit anhalten.

Die Kapitalmarktexperten der Deutschen Bank sehen für das kommende Jahr eine Stabilisierung der Weltkonjunktur und Chancen für Anleger, wenn sie denn die nötige Ruhe bewahren. Denn auch wenn der Dax am Ende des Jahres 2020 laut den Experten bei 14.000 Punkten notieren soll, gibt es viele Unsicherheiten, die der Stabilisierung im Wege stehen.

Politische Risiken bleiben bestehen

Stefan Schneider Deutsche Bank

Stefan Schneider Deutsche Bank. | Quelle: Unternehmen

Voraussetzung für eine Stabilisierung der globalen Konjunktur sei laut der Deutschen Bank, dass die Entspannung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit anhalte. Zudem dürfe der Brexit und dessen Folgen nicht außer Acht gelassen werden. "Das Topthema in der Wirtschaft und an den Kapitalmärkten dürfte 2020 aber der Präsidentschaftswahlkampf in den USA sein", sagte Stefan Schneider, Chefvolkswirt für Deutschland bei Deutsche Bank Research.

Schwellenländer spielen wichtige Rolle

Vor allem die Schwellenländer würden im kommenden Jahr das Wachstumstempo bestimmen. Insgesamt rechnet die Bank 2020 mit einem Konjunkturplus von 4,4 Prozent in diesen Nationen.

Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank

Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank. | Quelle: Unternehmen

Insbesondere die chinesische und indische Wirtschaft werde 2020 wachsen. Für beide Volkswirtschaften erwarten die Kapitalmarktexperten ein Wachstum von gut sechs Prozent. "Ich werte diesen Trend nicht als Alarmsignal, denn er spiegelt die Transformation der chinesischen Wirtschaft hin zu einem Wachstumsmodell wider, das stärker an der globalen Wertschöpfungskette partizipiert", erläuterte Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat und Firmenkunden bei der Deutschen Bank.

Auch in den USA hält Aufwärtstrend an

Während Experten erwarten, dass das Wachstum in Deutschland und der Eurozone moderat ausfällt, befinden sich die USA weiter im Wachstum. So hält in den Vereinigten Staaten der längste Aufschwung der Geschichte an, allerdings rechnet Stephan damit, dass die größte Volkswirtschaft der Welt im Wahljahr nur noch um 1,6 Prozent zulegen wird.

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 1 Jahr
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Volatilität an Aktienmärkten steigt

An den globalen Aktienmärkten lasteten 2019 viele Faktoren, zumindest phasenweise, auf den Kursen. Dennoch sei es ein gutes Aktienjahr gewesen, da Anleger an Aktien festhielten und somit häufig mit Kursgewinnen und hohen Dividenden belohnt wurden.

"2018 sind praktisch alle Aktienmärkte gefallen, 2019 dagegen gestiegen. Für das kommende Jahr erwarte ich insgesamt einen moderaten Kursanstieg bei zunehmender Volatilität", sagte Stephan. Während in unsicheren Marktphasen Aktien aus den Bereichen Nahrungsmittel, Versorger oder Pharma die Nase vorn haben sollten, seien es in Zeiten positiver Stimmung, Titel aus dem Automobil-, Industrie- oder Finanzsektor.

Deutsche Bank-Prognosen für das Jahresende 2020

Deutsche Bank-Prognosen für das Jahresende 2020. | Bildquelle: Deutsche Bank, Grafik: boerse.ARD.de

Anleger sollten ihr Portfoliorisiko aktiv steuern und ihre Kapitalanlagen breit über Regionen und Branchen streuen. Auch 2020 könnte es zu starken Branchenumschichtungen an den Märkten kommen.

Rohstoffe nur als Beimischung empfohlen

Die Deutsche Bank empfiehlt Anlegern, Rohstoffe nur als Beimischung ins Portfolio aufzunehmen. Während Öl 2020 keine interessante Anlagemöglichkeit sei, böten Industriemetalle mehr Potenzial. Lithium, Kobalt und Nickel, die für den Bau von Batterien für Elektroautos gefragt sind, könnten vom Trend zur Elektromobilität profitieren.

Deutschland als Profiteur bei Einigung im Handelsstreit

Sollte es zu einer Einigung im Handelsstreit zwischen China und den USA kommen, würde Deutschland überproportional von den Folgen profitieren, so die Deutsche Bank. "Die Unternehmen im Dax sind international aufgestellt und weitestgehend unabhängig von der deutschen Konjunktur. Ein dynamisches und sicheres globales Konjunkturumfeld käme ihnen daher sehr zugute", erklärte Stephan.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
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