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Zeit für den Frühjahrsputz im Depot! Detox für Ihre Finanzen

Adidas Yoga

1. Die innere Balance wieder finden
Einmal im Jahr sollten Anleger eine Bestandsaufnahme machen: Stimmt die von Ihnen ursprünglich angestrebte Vermögensallokation, also das Verhältnis Aktien-Anleihen-Cash (z.B. 60-20-20 Prozent), noch mit der Realität überein? Falls nicht, macht ein Rebalancing, eine Neugewichtung, Sinn. So wird die ursprüngliche Verteilung des Portfolios und damit auch das gewünschte Risiko-Rendite-Profil wiederhergestellt. Experten empfehlen auch…

Zeit für den Frühjahrsputz im Depot! Detox für Ihre Finanzen

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1. Die innere Balance wieder finden
Einmal im Jahr sollten Anleger eine Bestandsaufnahme machen: Stimmt die von Ihnen ursprünglich angestrebte Vermögensallokation, also das Verhältnis Aktien-Anleihen-Cash (z.B. 60-20-20 Prozent), noch mit der Realität überein? Falls nicht, macht ein Rebalancing, eine Neugewichtung, Sinn. So wird die ursprüngliche Verteilung des Portfolios und damit auch das gewünschte Risiko-Rendite-Profil wiederhergestellt. Experten empfehlen auch…

Bulle und Bär auf einem Bildschirm in der Frankfurter Börse

… einen Blick auf die Mikro-Ebene zu werfen. Denn über das Jahr kommt es häufig zu starken Wertschwankungen der einzelnen Positionen. Stimmt in Ihrem Aktiendepot noch die Verteilung zwischen den einzelnen Aktien – oder herrscht ein starkes Übergewicht zugunsten einzelner Titel? In diesem Falle sollte der Anleger im Zuge des Rebalancings Aktien (teil)verkaufen, die besonders stark gelaufen sind und deren Gewicht damit über die Maßen gestiegen ist. Von dem Geld sollte er wiederum bei Aktien der Depot-Nachzügler aufstocken. Dabei sollten Anleger auch…

Button mit Stop-Loss-Schriftzug und rotem Punkt

2. Grenzen neu setzen
… an die künftige Absicherung ihrer Kursgewinne denken. Mindestens einmal im Jahr lohnt es sich daher auch, seine Aktien mit (neuen) Stop-Loss-Orders zu versehen. Dabei bestimmt der Anleger einen Kurs unterhalb der aktuellen Notierung, bei dem ein Verkaufsauftrag für das Papier ausgelöst werden soll. Der Sinn dahinter: So kann der Anleger bereits erzielte Gewinne sichern und Verluste begrenzen.

Doch diesen Sinn kann eine Stop-Loss-Order nur erfüllen, wenn auch ihre Höhe sinnvoll gewählt ist. Ist eine Aktie in den vergangenen Monaten um 20 Prozent oder mehr nach vorne geprescht, lohnt es sich definitiv, die Stop-Loss-Order nachzuziehen. Wer sich darum nicht ständig selbst kümmern will, sollte einen Trailing Stop setzen. Ein Trailing Stop zieht den Stop-Loss automatisch nach. Apropos automatisch…

Daimler - selbstfahrendes Auto

3. Autopilot für mehr Gelassenheit
Automatisieren Sie, wo es nur geht. So machen sich Anleger mit Sparplänen das Leben leicht. Das Geld wird dabei automatisch etwa zum 1. oder 15. eines Monats investiert. Damit umschifft der Anleger ganz nebenbei eine große Klippe am Aktienmarkt: Es gibt genügend Studien, die belegen, dass Privatanleger - aber auch viele Profis - beim Markttiming, also bei der Suche nach dem perfekten Ein-und Ausstiegszeitpunkt, kläglich versagen.

Hand mit Beutel und

Anleger sollten sich zudem die Frage stellen: Brauche ich wirklich unbedingt einen ETF oder Fonds, der seine Dividenden quartalsweise oder jährlich ausschüttet? Oder ist es nicht viel praktischer, wenn der ETF die Dividenden automatischer wieder im Fondsvermögen anlegt? Das heißt dann thesaurierend – und ist meist mit niedrigeren Gebühren verbunden.

Ingwer-Curcuma-Getränk

4. Detox!
Egal ob Detox-Tees, Detox-Smoothies oder Detox-Wasser: Das Entgiften ist aus wissenschaftlicher Sicht Blödsinn. Doch das Modewort Detox macht durchaus Sinn – in puncto Finanzen. Mindestens einmal im Jahr sollten Anleger ehrlich gegenüber sich selbst sein: Hat eine Aktie oder generell eine Anlage die Erwartungen, die ich in sie hatte, nicht erfüllt? Falls ja, wie groß sind die Chancen, dass der Kurs in absehbarer Zeit wieder steigt?

Comiczeichnung: Hände kommen aus einem Grab

Doch anstatt ihr Depot zu entgiften und "toxische Wertpapiere" loszuwerden, halten viele Privatanleger an ihren Depotleichen fest. Dahinter steckt die Verlustaversion ("loss aversion"): Verluste schmerzen uns deutlich mehr, als uns Gewinne in derselben Höhe erfreuen. Damit Anleger Verluste frühzeitig realisieren, bevor diese immer größer werden, hilft ein Gedankenspiel: Würde ich die Aktie zu ihrem heutigen Kurs kaufen und halten? Falls nicht, sollten Sie dringend über einen Verkauf ihrer Position nachdenken.

Mann tippt in sein Smartphone

Detox ist aber auch bei der Wahl des Brokers, der Depot-Bank eine gute Strategie. Das Entschlacken bei den Gebühren ist zentral, wenn es darum geht, die Rendite zu steigern. Dass das Depot selbst kostenlos sein sollte, versteht sich von selbst. Zudem bieten viele Broker kostenlose ETF-Sparpläne schon ab 25 Euro an. Auch bei den Fonds- und ETF-Anbietern selbst, ist es wichtig, auf die Kostenstruktur zu achten. Denn es nicht egal, ob ein Anbieter eine jährliche Gebühr von 0,3 oder 0,6 Prozent verlangt. Bei den Kosten arbeitet der Zinses-Zins-Effekt ganz klar gegen den Anleger.

Sitzecke in moderner Wohnung

5. Minimalismus pur!
Beim Minimalismus geht es um die Konzentration auf Wesentliche. Diese Manchmal-ist-weniger-mehr-Strategie lässt sich aber nicht nur auf das Entrümpeln von Kleiderschränken und das Shopping-Verhalten anwenden. Auch beim Kauf von Aktien, Fonds und ETFs macht der achtsame Konsum absolut Sinn.

ETF-Schriftzug

Viele Anleger verzetteln sich nämlich, haben 30 Einzel-Aktien oder mehr. Hinzu kommen unzählige Fonds und ETFs. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Die Reduktion aufs Wesentliche hilft, einen kühlen Kopf zu bewahren. An erster Stelle steht die Frage: Welche Regionen, welche Branchen möchte ich mit meinem Depot abdecken? ETF-Anleger sollten dabei eines beachten…

Mann mit schwebender Weltkugel, davor MSCI World-Chart

Wer nur auf den MSCI World setzt, hat damit nicht die ganze Welt im Depot, sondern vor allem die USA. Aktuell haben US-Aktien im MSCI World einen Anteil von 60 Prozent. Wer auch in Schwellenländer investieren möchte, sollte an eine Kombination aus MSCI World und MSCI Emerging Markets denken. Oder aber in den MSCI All Countries World Index investieren. Der MSCI ACWI umfasst Aktien der 2.750 größten Unternehmen aus 47 Ländern der Welt. Darunter sind mit einem Anteil von etwa elf Prozent auch Schwellenländer vertreten. Im Vergleich zum MSCI World haben US-Aktien etwas weniger Gewicht.

Schöner Nebeneffekt: Mit einem solch minimalistischen Portfolio spart man auch noch bei den Handels- und Verwaltungsgebühren. Ein Punkt, der für die langfristige Rendite eines Investments von immenser Bedeutung ist.