Goldbarren und Euroscheine

Inflationsstudie: Erstaunliche Fakten Würde mit Gold alles wieder gut?

Stand: 27.09.2018, 12:28 Uhr

Wer glaubt, dass sich die Menschheit seit jeher mit dem Phänomen der Inflation herumschlagen muss, der liegt daneben, wie eine aktuelle Studie nachweist. Aber jetzt, wo die Inflation da ist: Werden wir sie jemals wieder los? Kryptowährungen könnten dabei eine Rolle spielen.

Für die Deutschen ist die Hyperinflation der zwanziger Jahre bis heute eine traumatische Erinnerung, heißt es. Deshalb gehört der Wunsch nach Preisstabilität gerade hierzulande zu den wichtigsten Bedürfnissen der Bürger. Für die vielen Kritiker des modernen Währungssystems, die das Papiergeld der Zentralbanken für Luftnummern halten, und die sich eine Rückkehr zum Goldstandard wünschen, bietet eine aktuelle Studie der Deutschen Bank ein paar interessante Einsichten und Argumente: Früher war ganz gewiss nicht alles besser – aber manches schon!  

Inflation 1923, Geldscheine werden abgewogen

Inflation 1923. | Quelle: picture-alliance/dpa

Inflation, ein Geschenk des 20. Jahrhunderts

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts seien die Preise nicht nur extrem langsam gestiegen, sie hätten sogar über lange Zeiträume stagniert, schreiben die Experten in ihrer Studie „Geschichte (und Zukunft) der Inflation“. In der aktuellen Zeit wirken die historischen Zahlen, die die Deutsche Bank für Großbritannien präsentiert, kaum glaublich. Zwischen 1800 und 1938 blieben die Preise dort praktisch stabil.

Aber dann ging es richtig los: Seit 1938 stiegen die Preise etwa auf das 50-Fache, also um 4.885 Prozent. Erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts sei es weltweit zu Inflationsschüben gekommen, so die Beobachtung der Experten.

Anstieg der Inflation seit 1210

Anstieg der Inflation seit 1210. | Bildquelle: Deutsche Bank, Grafik: boerse.ARD.de

Sinkende Löhne, sinkende Preise

Zu dieser Entwicklung sei es gekommen, weil in den Jahrhunderten zuvor die Währungssysteme meist an Edelmetalle gebunden gewesen seien. Das explosionsartige Wachstum der Weltbevölkerung machte dies aber unmöglich: Für eine Währungsordnung, die darauf basiere, dass Geld durch einen im begrenzten Umfang zur Verfügung stehenden Rohstoff gedeckt sei, wurde der Druck einfach zu hoch, heißt es in der Studie.  

Denn, so rechnen die Experten der Deutschen Bank vor, bei gleicher Geldmenge und angenommener unveränderter Umlaufgeschwindigkeit, wäre ein rapider Preisverfall die Folge. Nominallöhne und Gewinne würden zwangsläufig sinken. Aus politischer Sicht wäre das nicht tragbar, schreiben sie.

Kryptowährungen gehört die Zukunft

Kurz bis mittelfristig rechnen die Fachleute mit einem Anstieg der Inflation. Auf längere Sicht dürfte nach Einschätzung der Deutschen Bank eine Rückkehr zu einer globalen Währungsordnung anstehen, die wieder an einen Sachwert gebunden sei.

Für die Freunde des Goldstandards haben die Experten der Deutschen Bank allerdings schlechte Nachrichten. Sie gehen davon aus, dass Kryptowährungen dabei die wesentliche Rolle spielen werden.