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Wohin geht der Aktienmarkt? Pro und Contra

Eurozeichen scheint in einem Auge auf

Pro: Gewinnaussichten
Man kann es drehen und wenden, langfristig bestimmen die Unternehmensgewinne, ob Aktien steigen oder fallen. An der Börse wird die Zukunft gehandelt, und folgt man den Ausblicken in der laufenden Berichtssaison, bleiben die Geschäftsaussichten der meisten Branchen für die kommenden Monate gut bis sehr gut, was die Kurse weiterhin unterstützt. Dabei hilft zweifellos auch die Trump'sche Steuerreform, die den amerikanischen Konzernen bis auf Weiteres sagenhafte Gewinne verheißt.

Wohin geht der Aktienmarkt? Pro und Contra

Eurozeichen scheint in einem Auge auf

Pro: Gewinnaussichten
Man kann es drehen und wenden, langfristig bestimmen die Unternehmensgewinne, ob Aktien steigen oder fallen. An der Börse wird die Zukunft gehandelt, und folgt man den Ausblicken in der laufenden Berichtssaison, bleiben die Geschäftsaussichten der meisten Branchen für die kommenden Monate gut bis sehr gut, was die Kurse weiterhin unterstützt. Dabei hilft zweifellos auch die Trump'sche Steuerreform, die den amerikanischen Konzernen bis auf Weiteres sagenhafte Gewinne verheißt.

US-Ökonom und Nobel-Preis-Gewinner 2013 Robert J. Shiller

Pro: Kurspotenzial trotz hoher Bewertung
Sind Aktien nun billig oder teuer? Das beantworten die Experten unterschiedlich. So notiert das weltweit beachtete Shiller-KGV mit einem Wert von 33,4 für den S&P 500 schon massiv über seinem historischen Durchschnitt von 16,8. Aber schon im vergangenen Jahr hat Nobelpreisträger Robert J. Shiller, der Schöpfer dieser Kennzahl höchstselbst erklärt, die Hausse könne trotzdem noch Jahre andauern, weil inmitten dieser historisch beispiellosen Geldflut die Anlagealternativen fehlen.

Auch die Kursentwicklung des S&P 500 lässt noch einige Luft nach oben, wie die Experten von HSBC Trinkaus aus den großen Aktienblasen der vergangenen 90 Jahre schließen. So kam es in den letzten sechs Monaten vor dem jeweiligen Höchstpunkt zu einem Kursgewinn von durchschnittlich 45 Prozent. Der S&P 500 dagegen hat in den vergangenen sechs Monaten "nur" etwa 15 Prozent zugelegt.

<b>Pro: Langfristiger Haussetrend</b><br />Trends sind die Macht an der Börse, gegen die man sich besser nicht stemmen sollte. Aktuell liefern die Charts aber je nach zeitlicher Perspektive unterschiedliche Signale. Aus längerfristiger Perspektive können sich Anleger weiterhin zurücklehnen. Die Aufwärtstrends der seit 2011 laufenden Hausse sind noch lange absolut intakt. Hier der Chart des S&P 500 in den vergangenen zehn Jahren.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 10 Jahre

Pro: Langfristiger Haussetrend
Trends sind die Macht an der Börse, gegen die man sich besser nicht stemmen sollte. Aktuell liefern die Charts aber je nach zeitlicher Perspektive unterschiedliche Signale. Aus längerfristiger Perspektive können sich Anleger weiterhin zurücklehnen. Die Aufwärtstrends der seit 2011 laufenden Hausse sind noch lange absolut intakt. Hier der Chart des S&P 500 in den vergangenen zehn Jahren.

<b>Contra: Kurzfristige Markttechnik</b><br />Kurzfristig droht allerdings eindeutig Gefahr, wie der Dax-Chart illustriert. Mit dem Fall unter sein bisheriges Jahrestief bei 12.745 Punkten hat der Dax ein Doppeltop vollendet, eine Formation, die durchaus weitere <a href="" externalId="f3f519a6-7474-4c1f-aaaf-9517000c8022">800 Dax-Punkte Minus nach sich ziehen könnte</a>.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Contra: Kurzfristige Markttechnik
Kurzfristig droht allerdings eindeutig Gefahr, wie der Dax-Chart illustriert. Mit dem Fall unter sein bisheriges Jahrestief bei 12.745 Punkten hat der Dax ein Doppeltop vollendet, eine Formation, die durchaus weitere 800 Dax-Punkte Minus nach sich ziehen könnte.

Strafzinsen

Contra: Zinssorgen
Zinssorgen sind der klassische "Runterzieher" am Aktienmarkt. Brummt die Konjunktur wie derzeit, können kleine Auslöser wie etwa leicht gestiegene Inflationsdaten jederzeit für Rücksetzer am Renten- und Aktienmarkt sorgen. Zwar kann noch nicht wirklich von einer "Zinswende" gesprochen werden. Aber die großen Notenbanken schwenken langsam auf einen restriktiveren Zinskurs ein.

Steigende Zinsen bedeuten einerseits, dass Zinsanlagen wieder relativ attraktiver und Aktien relativ unattraktiver werden. Zum anderen werden Investitionen teurer und die Zinskosten der Unternehmen steigen, was die Gewinne schmälert.

Dabei ist der Effekt steigender Zinsen auf den Aktienmarkt selten eindeutig. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Leitzinserhöhungen meist mit einer Verzögerung von mehreren Monaten negativ auf die Aktienkurse wirken.

Blase mit Dollarzeichen und Hand mit Nadel

Contra: Weiter steigende Schuldenberge
Brisanz erhält das Zinsthema derzeit durch das, was vorausging – wir leben in einem gigantischen Geldexperiment mit einer noch nie gesehenen Geldflut. Die ultralockere Geldpolitik hat die Politiker weder in den etablierten Volkswirtschaften noch in den Schwellenländern angereizt, entscheidende Strukturreformen anzugehen. Die Folge: Weiter steigende Schuldenberge.

Steigen die Zinsen, bedeutet das also massiv steigende Belastungen für die Staatshaushalte. Die großen Notenbanken wie die Fed und die EZB werden zuallererst Sorge dafür tragen, die Zinsen nicht übermäßig zu erhöhen, um die eigenen Staatshaushalte nicht zu überfordern. Das allein ist schon eine heikle Aufgabe. Ob das aber reicht, um ernsthafte Schuldenprobleme in den Schwellenländern zu verhindern? Hier lauert auf jeden Fall eine offene Flanke für die Finanzmärkte.

Silhouette der Landmasse Italiens bricht von einer Klippe ab

Contra: Politische Unsicherheit
Sicher, politische Börsen haben kurze Beine, wie etwa die Reaktion der Finanzmärkte auf den Brexit-Entscheid im vergangenen Jahr zeigt. Auch mit dem erratischsten US-Präsidenten seit Menschengedenken ist die Börse bisher sehr gut fertig geworden.

Eine gewisse Unruhe dürften aber die Parlamentswahlen in Italien am 4. März bringen, die wieder ein Schlaglicht auf die weiterhin ungelösten Schuldenprobleme in Euroland werfen werden. Auch größere geopolitische Risiken, die etwa aus der Lage in Nordkorea oder Syrien entspringen, drohen den Aufschwung am Aktienmarkt stets empfindlich zu stören.

la