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Wohin geht der Aktienmarkt? Pro und Contra

Pro und contra steigende Aktienkurse

Pro und contra steigende Aktienkurse

Diese Frage stellt sich angesichts des frischen Dax-Rekordes mit neuer Dringlichkeit. Eine Glaskugel haben wir leider auch nicht. Für eine fundierte Entscheidung ist es aber immer hilfreich, sich die wesentlichen Pro- und Contra-Argumente vor Augen zu führen.

Wohin geht der Aktienmarkt? Pro und Contra

Pro und contra steigende Aktienkurse

Pro und contra steigende Aktienkurse

Diese Frage stellt sich angesichts des frischen Dax-Rekordes mit neuer Dringlichkeit. Eine Glaskugel haben wir leider auch nicht. Für eine fundierte Entscheidung ist es aber immer hilfreich, sich die wesentlichen Pro- und Contra-Argumente vor Augen zu führen.

Pro: Kaufsignale erster Güte: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre

Pro: Kaufsignale erster Güte

Anleger, die an der Seitenlinie stehen, mögen dieses Argument nicht: Aber das beste Kaufsignal überhaupt sind nun mal Kursrekorde. Und in Amerika und Deutschland gibt es diese derzeit zuhauf. Die Rekordfahrt von S&P 500, Dow Jones und Nasdaq hält seit Monaten an. Für den Dax lässt sich daraus durchaus noch Nachholpotenzial ableiten. Während der meist betrachtete Performance-Dax ebenfalls wieder auf Rekordniveau notiert, hat der international besser vergleichbare Kurs-Dax (hier im Bild) immer noch rund drei Prozent Luft bis zu seinem historischen Hoch bei 6.340 Punkten aus dem April 2015.

US-Ökonom und Nobel-Preis-Gewinner 2013 Robert J. Shiller

Pro: Kurspotenzial trotz hoher Bewertung

Dass viele Aktien historisch gesehen bereits ziemlich teuer sind, ist den meisten Marktteilnehmern bewusst. Dennoch hat die Hausse in diesem Jahr einen viel beachteten Unterstützer gefunden, der als der Bewertungs-Guru schlechthin gilt. Kein Geringerer als Nobelpreisträger Robert J. Shiller meinte im April, der Bullenmarkt könne noch Jahre andauern. Und das, obwohl das von ihm entwickelte Shiller-KGV mit einem Wert von 30,4 schon massiv über seinem historischen Durchschnitt von 16,8 notiert. Das zentrale Argument des Yale-Professors für Aktien: mangelnde Anlagealternativen.

Chart: Dow Jones saisonaler Verlauf seit 1897

Pro: Saisonalität

In diesem Sommer war die Saisonalität kein guter Ratgeber. Der Dax hat diesmal der Statistik ein Schnippchen geschlagen und im "Horrormonat" September um 6,4 Prozent zugelegt. Das muss aber nicht heißen, dass der Rest des Jahres auch aus dem saisonalen Ruder läuft. Die Statistik besagt, dass der Oktober der volatilste Börsenmonat überhaupt ist. Danach winken aber ein meist goldener November und Dezember.

Mehr zum Thema: Bereit für die beste Börsenzeit des Jahres?

Grinsender Donald Trump

Contra: Donald Trump

Dass die Visionen des neuen US-Präsidenten auch die Aktienmärkte inspiriert und beflügelt haben, steht außer Frage - insbesondere die immer noch reichlich unkonkrete Steuerreform. Aber je länger die Märkte vergeblich auf tatsächlich beschlossene Steuersenkungen oder Ausgabenprogramme hoffen, und je länger das politische Chaos in Washington anhält, werden die Aktienkurse anfälliger für Enttäuschungen.

Die jüngsten Natur- und Terrorereignisse dürften Trump tendenziell im Amt stärken. Doch sollte er sich in nächster Zeit neue Fehltritte erlauben, liegt ein Amtsenthebungsverfahren durchaus im Bereich des Möglichen. Ein solcher Impeachment-Prozess würde sich indessen lange hinziehen und den Aktienmarkt zweifellos verunsichern – man denke allein an die zu erwartende öffentliche Schlammschlacht. Die politische Lage in Washington dürfte also ein erheblicher Unsicherheitsfaktor bleiben.

Silhouette der Landmasse Italiens bricht von einer Klippe ab

Contra: Politische Unsicherheit

Doch was vollendete Tatsachen betrifft, haben politische Börsen kurze Beine, wie der Aktienmarkt in diesem Jahr eindrucksvoll bewiesen hat, man denke nur an den Brexit.

Eine gewisse Unruhe dürfte die im Frühjahr 2018 anstehende Wahl in Italien bringen. Trotz gewisser Fortschritte sind die Schuldenprobleme in Euroland ja alles andere als gelöst. Zu anderen Zeiten war das Thema schon eine schwere Belastung.

Auch geopolitische Risiken, die etwa aus der Lage in Nordkorea oder Syrien entspringen, drohen den Aufschwung am Aktienmarkt stets empfindlich zu stören.

Strafzinsen

Contra: Zinserhöhungen

Eine brummende Konjunktur lässt die Unternehmensgewinne sprudeln, und diese sind letztlich der entscheidende Faktor für Aktienkurse. Auch weltweit stehen die Zeichen derzeit auf Wachstum. In den Kursen sind also schon hohe Gewinnerwartungen eingepreist. Doch der Boom hat an der Börse immer eine Kehrseite, in Gestalt steigender Zinsen. Auch in Europa beginnt die Zentralbank auf den soliden Aufschwung zu reagieren und sich von ihrer exzessiven Niedrigzinspolitik abzuwenden. Und steigende Zinsen sind erfahrungsgemäß langfristig Gift für Aktienkurse. Zum einen bremsen sie Investitionen und schmälern die Unternehmensgewinne. Zum anderen machen sie Zinsanlagen im Vergleich mit Aktien wieder attraktiver.

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