Sparstrumpf mit Einhunderteuronoten und Münzen

Geldvermögen 2017 Wenn schon sparen, dann mit Aktien

Stand: 02.01.2018, 17:58 Uhr

Wer sein Geld einfach nur spart, ohne Aktien im Portfolio zu haben, musste im vergangenen Jahr Wertverluste hinnehmen. Das zeigt eine aktuelle Studie der DZ Bank. Besitzer von Aktien, Fonds und Zertifikaten strichen dagegen Milliarden ein.

So fällt der Vermögensaufbau schwer: Die Privathaushalte in Deutschland lassen sich in ihren Sparbemühungen nicht von niedrigen Zinsen entmutigen. Die Sparquote stieg 2017 im vierten Jahr in Folge auf zuletzt 9,8 Prozent, wie die Fachleute der DZ Bank herausgefunden haben. Sparen ist keine schlechte Idee, die Frage ist nur, ob man mit dem Ersparten auch das Richtige anstellt.    

Und das ist zweifelhaft. Bis Ende 2017 wuchs der Anteil der in Bargeld und Sichteinlagen dauerhaft zwischengeparkten Anlagemittel auf ein Viertel des gesamten privaten Geldvermögens, so die DZ Bank.

Mehr Mut zur Aktie

Dort ist es nicht gerade gewinnbringend angelegt. Die DZ Bank schreibt, dass der Realzins im vergangenen Jahr auf minus 0,8 Prozent stark in den Negativbereich abgesackt sei. Die wieder angezogene Teuerung sorgte demnach bei gleichzeitig nur gering angestiegenen Nominalzinsen für einen Wertverlust von 38 Milliarden Euro beim privaten Geldvermögen. Erst unlängst hatte boerse.ARD.de über dieses Thema berichtet. Hier finden Sie Tipps und Regeln für Aktiensparer.

Renditedreieck

Renditedreieck Aktien (Ausschnitt). | Bildquelle: DAI

Denn deutlich besser erging es Anlegern, die Aktien, Fonds und Zertifikate besitzen. Sie strichen wegen der starken Aktien- und Finanzmärkte im vergangenen Jahr rund 93 Milliarden Euro ein. Im internationalen Vergleich seien Deutsche eher risikoscheu, unterstreicht der Autor, der Studie, Michael Stappel. Das ist schade, denn der Dax legte 2017 um 12,5 Prozent zu – das sechste Gewinnjahr in Folge. Ein Blick auf das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigt eindeutig, dass Anleger mit Aktien regelmäßig gute Gewinne einfahren.

Wer beispielsweise Ende 1995 Aktien kaufte und diese bis Ende 2010 hielt, erzielte trotz zweiter Börsenkrisen eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,8 Prozent. Das vollständige Dreieck finden Sie auf der Website des DAI.

Wieder negative Realzinsen?

Hierzulande mache die Direktanlage in Aktien Ende 2017 aber nur 7,3 Prozent des privaten Geldvermögens aus. Selbst wenn man Aktienfonds und Zertifikate hinzurechnet, erreiche der aktienkursreagible Anteil des Geldvermögens weniger als 14 Prozent.

Insgesamt wuchs das private Geldvermögen der Deutschen 2017 um rund 300 Milliarden Euro, also 5,2 Prozent, auf 6,1 Billionen Euro. Für 2018 rechnet die DZ Bank bei einer etwas geringeren Preissteigerung weiterhin mit negativen Realzinsen. Also könnte es sich vielleicht erneut lohnen, über Aktien, Fonds und Zertifikate nachzudenken.    

ts